Ohne Fleiß kein Preis!

Diese Redens­art hat sicher­lich jeder schon gehört und kann aus eige­ner Erfah­rung bestä­ti­gen, dass sie durch­aus ihre Berech­ti­gung hat.

Wenn man etwas Neues lernt, egal ob es eine sport­li­che Betä­ti­gung wie Ten­nis, Fuß­ball oder Fahr­rad fah­ren ist, oder auch einen Text oder eine Ein­mal­eins­reihe ler­nen, so merkt man schnell, dass erst mit dem häu­fi­gen Tun die eige­nen Fer­tig­kei­ten zunehmen.

Die Gehirn­for­schung hat her­aus­ge­fun­den, dass zum Bei­spiel eine Bewe­gung, die erlernt wird, bis zur auto­ma­ti­sier­ten Aus­füh­rung unge­fähr 100.000 Wie­der­ho­lun­gen benötigt.

Auch in der Schule gilt: Ohne Fleiß kein Preis! und Übung macht den Meister!

Mit die­ser klei­nen Geschichte wün­sche ich einen guten Start ins neue Schuljahr!

Kein Meis­ter fällt vom Himmel!

Ein Zau­ber­künst­ler führte am Hofe des Sul­tans seine Kunst vor und begeis­terte sei­nen Zuschauer.

Der Sul­tan sel­ber war außer sich vor Bewun­de­rung: “Oh, Gott, welch ein Wun­der, welch ein Genie!”

Sein Wesir aber gab zu beden­ken: “Hoheit, kein Meis­ter fällt vom Himmel. Die Kunst des Zau­berns ist die Folge sei­nes Flei­ßes und sei­ner Übungen.”

Der Sul­tan run­zelte die Stirn. “Du undank­ba­rer Mensch!! Wie kannst du behaup­ten, dass sol­che Fähig­kei­ten durch Übung kommen?

Es ist, wie ich sage: Entweder man hat das Talent oder man hat es nicht. Du hast es jeden­falls nicht, ab mit dir in den Kerker. Dort kannst du über meine Worte nachdenken. Damit du nicht so ein­sam bist und du dei­nes­glei­chen um dich hast, bekommst du ein Kalb als Kerkergenossen.

Vom ers­ten Tag sei­ner Ker­ker­zeit an übte der Wesir nun, das Kalb hoch­zu­he­ben, und trug es jeden Tag über die Trep­pen sei­nes  Kerkerturmes. Die Monate ver­gin­gen dabei.

Eines Tages erin­nerte sich der Sul­tan an sei­nen Gefangenen. Er ließ ihn zu sich holen. Bei sei­nem Anblick aber über­wäl­tigte ihn das Stau­nen: “Gott stehe mir bei, welch ein Wun­der, welch ein Genie!”

Der Wesir, der mit aus­ge­streck­ten Armen einen Stier trug, ant­wor­tete mit den glei­chen Wor­ten wie damals: “Hoheit, kein Meis­ter fällt vom Himmel. Meine Kraft ist die Folge mei­nes Flei­ßes und mei­ner Übung.”

- unbe­kann­ter Verfasser –

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2 Kommentare

  1. Erstellt am 26. August 2010 um 12:02 | Permanent-Link

    Eine tolle Geschichte!
    Die werde ich aus­dru­cken und im Ate­lier auf­hän­gen, für alle, die mir erklä­ren, sie hät­ten kein Talent…
    Ich frage in sol­chen Fäl­len auch gern, ob sie heute noch die Hand­schrift haben wie in der 1. Klasse oder ob sie noch so lau­fen wie mit einem Jahr.
    lg Sabine

  2. Erstellt am 29. August 2010 um 19:12 | Permanent-Link

    Nicht nur diese Geschichte ist zau­ber­haft, son­dern das ganze web­log. Da fehlt nur ein Gästebuch …

    Liebe Grüße aus good old Vienna,
    die Katze

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