Des einen Freud …
… des anderen Leid, könnte man sagen, wenn die Sachlage hier so einfach wäre.
Der internationale Rheinradweg
Der internationale Rheinradweg beginnt im Quellgebiet des Sankt Gotthard und endet in Tiel in den Niederlanden. Insgesamt kommt er so auf eine Länge von 1320 km.
Dieser Radweg hat sich inzwischen wohl zu einer Touristenattraktion entwickelt, denn man kann ihn — je nach Lust und Laune — abschnittweise fahren und so, nach Leistungsfähigkeit oder anderen Überlegungen die entsprechenden Teilstücke auswählen.
Das klappt wunderbar — ich selbst bin den Rheinradweg schon von Köln bis hinter Mainz gefahren — und habe immer eine gute Ausschilderung angetroffen und einen Radweg, der getrennt vom Fußgängerweg war oder wo die Rheinpromenade so untereilt war, dass ein rücksichtsvolles Nebeneinander problemlos möglich war und ist.
Anders ist das in Köln!
Hier gibt es keine Trennung zwischen Radweg und Promenade und gerade an Wochenenden wie diesem, wenn viele Touristen in der Stadt sind und das Wetter entsprechend schön ist, so ist auf der Rhein-Uferpromenade kaum radfahrenderweise durchzukommen.
Auch die sprichwörtliche Gelassenheit, die dem Kölner nach gesagt wird, ist plötzlich verschwunden, wenn man zaghaft die Klingel betätigt und versucht, sich seinen Weg durch dieses Getümmel zu bahnen.
Keine Ausweichmöglichkeit
Leider ist es so, dass keine Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind, denn dann würde diese jeder Radfahrer gerne nutzen.
Vielmehr herrscht für möglich Ausweichstrecken ein Fahrverbot für Radfahrer. Eine Ausnahmegenehmigung gibt es hier interessanterweise nur für die Bimmelbahn, aber dazu später mehr.
Schöner neuer Radweg
Nun ist im Rahmen des Hochwasserschutzes alles schön neu gemacht worden und es gibt einen Radweg, der das Umfahren der Uferpromenade - zumindest für ein kurzes Stück — ermöglicht.
Bei Veranstaltungen geht hier nichts mehr
Allerdings funktioniert das nur, wenn keine Veranstaltung wie der Antik-Markt, der jetzt über Ostern stattgefunden hat, angesagt ist.
Dann nämlich gelten in Köln auf diesem Stück des Rheinradweges keine Gesetze mehr und die Straßenverkehrsordnung wird schlicht außer Kraft gesetzt.
Gesetzliche Regelungen gelten nicht mehr
Wie man auf dem Bild sehen kann, wird der Radweg (Zeichen 237, was den Radweg für Radfahrer als benutzungspflichtig ausweist) durch das entsprechende Verkehrszeichen als Radweg ausgewiesen und dies wird noch durch die rote Farbe unterstrichen.
Trotzdem werden die Stände so aufgebaut, dass die Besucher auf dem Radweg stehen müssen, um sich die dortigen Auslagen anschauen zu können oder den Radweg überqueren müssen, um zu der Auslage zu gelangen.
Ein nicht störungsfreies Miteinander ist hier vorprogrammiert und wird durch die Ignoranz der gesetzlichen Vorgaben erst ermöglicht.
Warum gibt es keine Ausweichstrecken?
Es spricht nichts dagegen, wenn diese Flächen benötigt werden, diese auch zur Verfügung zu stellen.
Nur muss dann eine entsprechende Ausweichstrecke — wie beim Autoverkehr üblich — zur Verfügung gestellt werden.
- Was spricht dagegen, wenn an anderer Stelle das Verbot für Radfahrer gut sichtbar aufgehoben wird?
- Was spricht dagegen, eine Spur des Rheinufertunnels für eine Ausweichstrecke zu sperren, da gerade an Wochenenden die Verkehrsbelastung im Tunnel und auf der Rheinuferstaße nicht so hoch ist.
- Was spricht dagegen, den gesamten Markt Richtung Kranhäuser auszudehnen und ggf. im weiteren Verlauf die dortige Rheinuferpromenade zu nutzen?
- Warum darf eine Bimmelbahn Fußgängerzonen befahren?
- Warum darf eine Bimmelbahn sogar die Rheinuferpromenade befahren und das auch noch während einer solchen Veranstaltung?
- Warum werden Fußgänger und Radfahrer einer solchen Gefährdung ausgesetzt?
Ich werden den Fahrradbeauftragten der Stadt Köln, den ADFC Köln und die Initiative Velo2010 auf diesen Artikel hinweisen und hier um einen Stellungnahme in Form eines Kommentares bitten und bin doch sehr gespannt, ob es Reaktionen geben wird.
Links
Rheinradweg Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinradweg
Der Rheinradweg, inkl. Karte und GPS-Daten
http://radreise-wiki.de/Rhein
Verkehrszeichen KFZ-Auskunft
http://verkehrszeichen.kfz-auskunft.de/verkehrszeichen_vorschriftzeichen2.html
Velo 2010
http://www.velo2010.de/
AD-FC Köln
http://www.adfc-koeln.de/
Die Seite des Fahrradbeauftragten der Stadt Köln
http://www.stadt-koeln.de/4/verkehr/radverkehr/


Inzwischen habe ich vom Fahrradbeauftragten der Stadt Köln und von Velo 2010 (Polizei) eine E-Mail bekommen, dass meine E-Mail eingegangen sei und meine Anfrage bearbeitet würde.
Jetzt heißt es abwarten, welche Stellungnahmen kommen.
Wenn ich das Gespräch mit dem netten Polizeibeamten richtig interpretiere, so ist hier die Stadt Köln bzw. das Ordnungsamt in der Pflicht, das diese Veranstaltung(en) genehmigt hat.
Grundsätzlich müssen die Radwege frei bleiben und eigentlich müssten sogar Panikschutzgitter aufgestellt werden, die für eine Begrenzung der Veranstaltung sorgen könnten.
Was mir ebenfalls immer nicht nicht einleuchten will, ist, warum die Bimmelbahn immer fährt und Sonderrechte zu haben scheint.
Sie ist gefahren, als der Hochwasserschutz installiert worden ist, sie ist gefahren bei obiger Veranstaltung, wie man gut erkennen kann und sie kreuzt auch ständig bei der Ausfahrt den Radweg und behindert dabei — aufgrund — ihrer Länder ebenfalls den Autoverkehr.
Auf meine Anfrage beim Fahrradbeauftragten der Stadt Köln, wann ich mit einer Antwort rechnen könne, erhielt ich folgende Antwort:
von fahrradbeauftragter@stadt-koeln.de
an fischer-cologne@web.de
Datum 30. April 2009 11:03
Betreff AW: Der Radweg ab dem Schokomuseum
Sehr geehrter Herr Fischer,
ich habe Ihren Artikel auch an das Ordnungsamt geschickt, da das von Ihnen geschilderte Problem in erster Linie in deren Zuständigkeit fällt. Wir hatten ja bereits vor einiger Zeit einen Mail-Kontakt. Wir, als das Team des Fahrradbeauftragten, haben daraufhin das Ordnungsamt auf die Problematik hingewiesen, dass bei Veranstaltungen, nicht nur auf der Rheinuferpromenade, sondern auch bei anderen Straßenfesten im Stadtgebiet, der Radverkehr in gebührendem Maße zu berücksichtigen ist. Sobald ich eine Reaktion der Kollegen vorliegen habe, werde ich mich wieder bei Ihnen melden.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Peter Lemke
Stadt Köln — Der Oberbürgermeister
Amt für Straßen und Verkehrstechnik
Verkehrsplanung 661/5
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Telefon: 0221/221–24830
Telefax: 0221/221–27082
E-Mail: strassen-verkehrstechnik@stadt-koeln.de
Internet: http://www.stadt-koeln.de
Meine Antwort auf diese E-Mail:
an fahrradbeauftragter@stadt-koeln.de
Datum 2. Mai 2009 14:55
Betreff Re: Der Radweg ab dem Schokomuseum
Sehr geehrter Herr Lemke,
es stimmt, dass wir vor einem Jahr schon einmal E-Mail-Kontakt hatten, weil ich Sie auf dieses Problem aufmerksam gemacht habe.
Leider ist bis heute keine Änderung eingetreten. So hat letztes Wochenende wieder eine Veranstaltung mit den gleichen Behinderungen am Schokomuseum stattgefunden, wie ich sie oben beschrieben habe.
Hier hätte ich vom Team der Fahrradbeauftragten der Stadt Köln zumindest erwartet, dass in Kenntnis dieser Probleme die Veranstaltung persönlich vor Ort ind Augenschein genommen worden wäre, denn dann hätten diese Missstände sofort abgestellt werden müssen.
Da dies nicht geschehen ist, gehe ich davon aus, dass kein Teammitglied vor Ort war.
Meines Erachtens reicht es nicht aus, dem Ordnungsamt eine E-Mail weiterzuleiten — dafür braucht es keinen Fahrradbeauftragten, das kann — ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen — jeder Sachbearbeiter erledigen.
Vielmehr bin ich davon ausgegangen, dass sich ein Fahrradbeauftragter auch darum kümmert, dass ihm bekannt gewordene Missstände abgeschafft werden.
Einzig die Polizei scheint sich zu kümmern, habe ich den Eindruck.
Die ebenfalls informierte Ortsgruppe des AD-FC Köln hält sich bedeckt und hat es bis heute nicht geschafft, auch nur den Eingang meiner E-Mail zu bestätigen.
Schade finde ich, dass man mit großem Aufwand kontrolliert und darüber vergisst, die Voraussetzungen zu schaffen, die es erst ermöglichen, Regeln einhalten zu können.
Bitte teilen Sie mir mit, welche Maßnahmen Sie als Fahrradbeauftragter einleiten werden, damit diese Missstände schnellstmöglich abgestellt werden.
Nutzen Sie bitte dazu die Kommentarfunktion unter dem Artikel, wo ich auch Ihre und diese Antwort-E-Mail veröffentlicht habe.
Mit freundlichen Grüßen
Elmar Fischer
Zu diesem Thema möchte ich auch auf meinen Beitrag: “Ein fröhliches Halali …” aufmerksam machen.
Nach eigener Aussage versteht sich der Kölner Fahrradbeauftragte als Vertreter der Stadt Köln in diversen Gremien. Darüber hinaus ist er Projektbeauftragter für die Stadt Köln in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden in NRW. Über weitere Aufgaben und die Möglichkeiten des Fahrradbeauftragten ist nichts in Erfahrung zu bringen. Ich persönlich habe ihm oder seinem Büro schon mehrere Mängel kommuniziert. In der Regel erhält man als Antwort, dass die Hinweise an die zuständigen Kollegen weitergeleitet wurden, wenn es überhaupt Antwort gab. Nachgehalten wurden die Mängelhinweise nicht! In einem Gespräch auf einer Veranstaltung von Velo 2010 bemerkte Herr Möllers, auf meine Nachfrage hin, ob sie das denn auch noch kontrollieren sollten! Ich halte das Büro des Fahrradbeauftragten für keine gute Adresse, um die Stadt Köln über Radverkehrsmängel zu informieren. Offensichtlich sind sie dort zu sehr damit beschäftigt die Unzulänglichkeiten der Stadt schön zu reden, anstatt sie beseitigen zu lassen. Die Radverkehrsanlagen die sie uns auf den Internetseiten der Stadt Köln, als neu und gelungen präsentieren, entbehren jeder praxistauglichen Grundlage, der Radverkehr ist und bleibt untergeordnet.
Ich empfehle, sich direkt an die zuständige Behörde zu wenden. Wenn das Anliegen berechtigt ist, passiert auch was!
Was das oben geschilderten Problem angeht, würde zumindest ich die Fahrbahn benutzen. Das ist möglich, wenn der Radweg zugestellt oder nicht benutzbar ist. Soweit ich weiss, darf man sogar durch den Tunnel fahren, da hier kein begleitender benutzungspflichtiger Radweg vorhanden ist und kein entsprechendes Fahrverbot besteht. Das muß allerdings jeder selber überprüfen. Sollen die Autofahrer nur hupen, immerhin wissen wir so, dass sie uns bemerkt haben. Und ganz wichtig, freundlich bleiben und die Autofahrer über den Irrtum, dass wir dort nicht sein dürfen an der nächsten Ampel höflich aufklären. Wie heisst es so schön bei Critical Mass Veranstaltungen: Wir sind der Verkehr!