Der Fahrradbeauftragte der Stadt Köln
Vorgeschichte
Es inzwischen über vier Wochen her, dass ich unter dem Titel “Des einen Freud …” einen Artikel über die Nutzung des Radweges ab dem Schokomuseum geschrieben habe, der zum Schwerpunkt die “illegale” Nutzung des Radweges bei Veranstaltungen am Schokomuseum oder der Rheinuferpromenade hatte.
Diesen Artikel habe ich dem Fahrradbeauftragten der Stadt Köln, Velo 2010 und dem AD-FC, Ortsgruppe Köln per Hinweis-E-Mail zur Kenntnis gebracht.
Erste Reaktionen
Velo 2010, vertreten durch die Polizei
Eine schnelle Reaktion habe ich daraufhin von der Polizei erhalten. Ein Polizeibeamter führte ein langes Gespräch mit mir, indem er die Rechtmäßigkeit meines Anliegens bestätigte und auf die Möglichkeiten der Polizei hinwies.
Der Fahrradbeauftragte
Der Fahrradbeauftragte der Stadt Köln meldete sich ebenfalls mit einer E-Mail, in der er mit mitteilte, dass meine E-Mail bearbeitet würde und ich etwas Geduld haben sollte.
AD-FC, Ortgruppe Köln
Vom AD-FC, Ortsgruppe Köln, habe ich bis heute keine Rückmeldung erhalten. Wahrscheinlich wird der Verein nur aktiv, wenn eines seiner Mitglieder sich an ihn wendet. Gleichzeitig stellt er sich aber als Interessenvertreter der Radfahrer dar und ist in dieser Funktion wohl auch Mitglied von Velo 2010.
Zwischenbemerkung
Inzwischen erklärt sich mir allerdings die Kommentarlosigkeit dieser Ortsgruppe, denn hier scheint es nur darum zu gehen, die GPS-Kurs eines Fahrradladens anzubiedern und in der Rubrik “Treibsand” gegen alles uns jeden zu schießen.
Schade, dass hier eine große Chance für ein verständnisvolles Miteinander vertan wird.
E-Mail-Verkehr, zum Teil auch nachzulesen unter “Des einen Freud …”
- Am 30. April 2009 habe ich folgende E-Mail an einen der Fahrradbeauftragten, Herrn Lemke, geschickt.
Bezogen habe ich mich auf die Antwort des Fahrradbeauftragten vom 17. April 2009:
Sehr geehrter Herr Lemke,
ich danke für Ihre kurze Rückmeldung, wüsste aber doch ganz gerne, wann ich nun genau mit einer Antwort rechnen kann, denn letztes Wochenende war beim Trödelmarkt die gleiche Situation wie ich Sie in meinem Artikel beschrieben habe.
Es mag zwar nicht so sein, aber mir drängt sich im Moment der Eindruck auf, als gäbe es gar keine Bestrebungen, hier für eine Klärung zu sorgen, was ich sehr bedauern würde.
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Mit freundlichen Grüßen
Elmar Fischer
- Am 30. April 2009 erhielt ich dann folgende Antwort:
Sehr geehrter Herr Fischer,
ich habe Ihren Artikel auch an das Ordnungsamt geschickt, da das von Ihnen geschilderte Problem in erster Linie in deren Zuständigkeit fällt. Wir hatten ja bereits vor einiger Zeit einen Mail-Kontakt. Wir, als das Team des Fahrradbeauftragten, haben daraufhin das Ordnungsamt auf die Problematik hingewiesen, dass bei Veranstaltungen, nicht nur auf der Rheinuferpromenade, sondern auch bei anderen Straßenfesten im Stadtgebiet, der Radverkehr in gebührendem Maße zu berücksichtigen ist. Sobald ich eine Reaktion der Kollegen vorliegen habe, werde ich mich wieder bei Ihnen melden.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Peter Lemke
Stadt Köln — Der Oberbürgermeister
Amt für Straßen und Verkehrstechnik
Verkehrsplanung 661/5
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
- Diese E-Mail habe ich dann ebenfalls mit einer E-Mail beantwortet:
Sehr geehrter Herr Lemke,
es stimmt, dass wir vor einem Jahr schon einmal E-Mail-Kontakt hatten, weil ich Sie auf dieses Problem aufmerksam gemacht habe.
Leider ist bis heute keine Änderung eingetreten. So hat letztes Wochenende wieder eine Veranstaltung mit den gleichen Behinderungen am Schokomuseum stattgefunden, wie ich sie oben beschrieben habe.
Hier hätte ich vom Team der Fahrradbeauftragten der Stadt Köln zumindest erwartet, dass in Kenntnis dieser Probleme die Veranstaltung persönlich vor Ort ind Augenschein genommen worden wäre, denn dann hätten diese Missstände sofort abgestellt werden müssen.
Da dies nicht geschehen ist, gehe ich davon aus, dass kein Teammitglied vor Ort war.
Meines Erachtens reicht es nicht aus, dem Ordnungsamt eine E-Mail weiterzuleiten — dafür braucht es keinen Fahrradbeauftragten, das kann — ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen — jeder Sachbearbeiter erledigen.
Vielmehr bin ich davon ausgegangen, dass sich ein Fahrradbeauftragter auch darum kümmert, dass ihm bekannt gewordene Missstände abgeschafft werden.
Einzig die Polizei scheint sich zu kümmern, habe ich den Eindruck.
Die ebenfalls informierte Ortsgruppe des AD-FC Köln hält sich bedeckt und hat es bis heute nicht geschafft, auch nur den Eingang meiner E-Mail zu bestätigen.
Schade finde ich, dass man mit großem Aufwand kontrolliert und darüber vergisst, die Voraussetzungen zu schaffen, die es erst ermöglichen, Regeln einhalten zu können.
Bitte teilen Sie mir mit, welche Maßnahmen Sie als Fahrradbeauftragter einleiten werden, damit diese Missstände schnellstmöglich abgestellt werden.
Nutzen Sie bitte dazu die Kommentarfunktion unter dem Artikel, wo ich auch Ihre und diese Antwort-E-Mail veröffentlicht habe.
Mit freundlichen Grüßen
Elmar Fischer
- Freundlicherweise erhielt ich am 14. Mai 2009 eine E-Mail von Herrn Lemke. Fast auf den Tag genau vier Wochen, nachdem ich auf meinen Artikel aufmerksam gemacht habe und drei Wochen nachdem ich darauf hingewiesen worden bin, dass die Beantwortung meiner E-Mail bearbeitet würde:
Sehr geehrter Herr Fischer,
da ich noch keine Antwort der Kollegen des Ordnungsamtes habe und ich in den nächsten 2 Wochen nicht im Hause bin, ich bitte noch um etwas Geduld .
Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Peter Lemke
Stadt Köln — Der Oberbürgermeister
Amt für Straßen und Verkehrstechnik
Verkehrsplanung 661/5
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
- Diese weitere Verzögerung habe ich dann, zugegeben etwas verärgert, folgendermaßen beantwortet:
Sehr geehrter Herr Lemke,
da die nächsten Veranstaltungen anstehen und ich keine Änderung in der Vorgehensweise sehe, werde ich mich nun an den Oberbürgermeister mit der Bitte um Hilfe wenden und ihn gleichzeitig bitten, mir das Aufgabenfeld des Fahrradbeauftragten näher zu beschreiben.
Hier interessieren mich insbesondere die Befugnisse, auch Weisungsbefugnisse.
Ich denke, dass nach über einem Jahr — so lange sind Sie als Fahrradbeauftragter über diese Vorgänge informiert — eine weitere Vertröstung wegen Abwesenheit nicht akzeptabel ist.
Auch die Kollegen vom Ordnungsamt müssen sich inzwischen fragen lassen, ob hier man nicht schon von Untätigkeit im Amt reden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Elmar Fischer
- Eine weitere Reaktion seitens des Fahrradbeauftragten erfolgte bisher nicht, obwohl es sich dabei offensichtlich um ein Team von Fahrradbeauftragten handelt und Handlungsfähigkeit gegeben ist!
Schade, dass hier ein Fahrradbeauftragter keinen Grund zum Handeln sieht, obwohl eindeutig ein Verkehrsweg, der benutzungspflichtig für Radfahrer ist, dieser Nutzung durch eine kommerzielle Veranstaltung wird, ohne dass ein Alternativweg zur Verfügung gestellt wird.
Schade, dass aber auf der anderen Seite der Eindruck von Fahrradrambos und Fahrradrüpeln erweckt wird, denen man nun sogar mit einer Kamera auf die Pelle rücken muss.
Schade, dass in Köln mit zweierlei Maß gemessen wird und Radfahrer verfolgt werden, wenn sie — im Schritttempo — durch eine Fußgängerzone fahren, eine kommerzielle Bimmelbahn aber bei jeder Veranstaltung und durch jede Fußgängerzone fahren darf.
Schade, dass eine solche Stadt für 1000 Fahrradständer pro Jahr einen Preis erhält, wenn der Fahrradfahrer nicht weiß, wie er diese Fahrradständer erreichen soll.
Schade, dass der Fahrradbeauftragte der Stadt Köln auch in anderen Fällen nicht aktiv geworden ist!
radgefahren — Fahrradbeauftragter
























































Ich muss sagen, dass ich als Fahrradfahrer echt enttäuscht bin! Die Fahrradwege sind doch auch dafür da um die von den Radfahrer (den wir in Köln in zwischen mehr als 5 000 haben) zu benutzen, egal was für eine kommerzielle Veranstaltung statt findet! Ich finde auch schade, dass von den Fahrradbeauftragte der Stadt Köln keiner sich darüber Gedanke macht und über Alternativen denkt!
[…] davon überzeugt, dass die zahlreichen Fahrrad fahrenden Blogger der Stadt Köln mit ihrer praktischen Erfahrung einen positiven Beitrag leisten können und auch […]
Hallo Elmar,
schön zu sehen, dass ich nicht der Einzige bin, der an dieser Baustelle baggert.
Auch ich beschwere mich seit Jahren bei der Stadt über den Missbrauch der Rheinuferpromenade als Marktplatz, mit ähnlich mageren Echos: Der Fahrradbeauftragte hüllt sich vorzugsweise in Schweigen. Wenn er antwortet, hinterlässt er bei mir den Eindruck, dass er nicht die Interessen der Radfahrer gegenüber der Stadt, sondern vielmehr die Interessen der Stadt gegenüber den Radfahrern vertritt. Mir liegen auch Aussagen deines Ansprechpartners, Herrn Lemke, vor, die einigermaßen am Alltag des Radfahrers vorbei gehen, so dass ich mich frage, ob er sich vielleicht nur bei Presseterminen aufs Rad setzt und sich ansonsten chauffieren lässt . Beliebt ist bei der Stadt Köln auch die Nummer: “Die Politik ist an allem Schuld” — obwohl eine Mitarbeiterin der Bezirksvertretung erst kürzlich der Stadt einen detaillierten Plan für eine Entflechtung des Rad– und Fußverkehrs am Rheinufer unterbreitet hat (der natürlich abgelehnt wurde).
Deine Erfahrungen mit dem ADFC Köln teile ich ebenfalls: Ich hatte dieses Jahr einen Ortstermin mit einem Vertreter des Ordnungsamtes und einem Marktveranstalter, zu dem es mir sinnvoll erschien, einen ADFC-Vertreter als Verstärkung einzuladen. Verstärkung? Der ADFCler redete dem Ordnungsamt nach dem Mund, propagierte als einzige in Frage kommende Lösung einen aufwändigen Umbau der Promenade und zeigte überhaupt kein Interesse daran, sich bis zu diesem Sankt-Nimmerleinstag-Projekt für eine Verlegung der Märkte raus aus den Verkehrswegen einzusetzen.
Vielleicht kann man, wenn überhaupt, an diesem Missstand nur dann etwas ändern, wenn man die Medien auf das Thema ansetzt.
Grüße
Manfred
PS: Herr Lemke ist der Meinung, dass durch die jetzt nur noch einreihige Aufstellung der Marktstände eine erhebliche Entspannung der Situation erreicht werden konnte, was sich schon daran zeige, dass sich in diesem Jahr noch keine Radfahrer über Behinderungen beschwert hätten. Ich habe das gleich zum Anlass genommen, mich zu beschweren, denn tatsächlich hat sich dadurch nichts verbessert.
PPS: Die erwähnte Mitarbeiterin der Bezirksvertretung ist allerdings der Meinung, dass der Fahrradbeauftragte Jürgen Möllers selbst der beste sei, den wir bisher in Köln hatten — sie mag es besser beurteilen können als ich.