Hurra! Endlich der ersehnte Internetanschluss

Hurra! End­lich ist der ersehnte Inter­net­an­schluss da und damit die vie­len, vie­len Mög­lich­kei­ten, die sich durch den Zugang zum Netz ergeben.

Pro­blem — Tech­nik
Als die Ankün­di­gung kam, dass unsere Schule nun end­lich den Inter­net­zu­gang erhält, began­nen die Über­le­gun­gen, wie man die Nut­zung die­ses Zugangs rea­li­sie­ren kann. Zuerst stan­den natür­lich tech­ni­sche Pro­bleme im Vor­der­grund, denn jeder Com­pu­ter im Grup­pen­raum sollte Zugang zum Netz haben. Dies bedeu­tete, dass eigens für den Zugang ein Rech­ner bereit­ge­stellt wer­den müsste. Anschaf­fungs­kos­ten von ca. 3000,– DM und die Instal­la­tion einer Linux­lö­sung stellte sich als eine Alter­na­tive dar. Da aber die finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten der Schule für diese Lösung nicht aus­reich­ten und ein ande­rer Spon­sor nicht gefun­den wurde, hieß es, nach einer ande­ren Lösung Aus­schau zu hal­ten.
Da alle Rech­ner mit­ein­an­der in einem Win­dows­netz­werk kom­mu­ni­zie­ren, bot sich in irgend­ei­ner Form eine Netz­werk­lö­sung an. Nach län­ge­rem Suchen stieß ich dann auf eine Lösung der Firma AVM, die unter dem Namen KEN! eine Soft­ware ver­treibt, die den gemein­sa­men Inter­net­zu­gang in klei­ne­ren Net­zen ermög­licht, ohne dabei den “Ser­ver” zu sehr zu belas­ten. Der Preis der Soft­ware (als Schul­ver­sion bei Co.Tec in Rosen­heim ca. 300,–DM) hielt sich auch in einem durch­aus finan­zier­ba­ren Rah­men, sodass diese Soft­ware bestellt wurde. Ein ers­ter Ver­such, die Soft­ware “neben­bei” zu instal­lie­ren schei­terte aller­dings.
Der Zugang vom “Ser­ver” klappte sofort. Die Ver­bin­dung zu einem ande­ren Rech­ner im Netz wurde auch als auf­ge­baut ange­zeigt, aller­dings war ein Zugriff über den Brow­ser auf diese Ver­bin­dung nicht mög­lich. Ein wei­te­rer Instal­la­ti­ons­ver­such hat noch nicht stattgefunden.

Lösungs­ver­such
Ich werde aber von den Fort­schrit­ten an die­ser Stelle berichten.

Pro­blem — Inter­ne­ter­fah­run­gen, Such­ma­schi­nen
Da wir gerade an dem Pro­jekt “Die Römer­stadt Köln” arbei­te­ten, bot sich also an, im Inter­net nach Infor­ma­tio­nen zu suchen. Eine kurze Frage an die Kin­der ergab, dass Inter­ne­ter­fah­run­gen fak­tisch nicht vor­han­den waren. Damit tat sich das nächste Pro­blem auf: Wie bringe ich den Kin­dern bei, im Inter­net nach ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen zu suchen und nicht plan­los im Netz zu sur­fen. Die Bedie­nung der Such­ma­schi­nen ist nicht ein­fach und bei jeder Such­ma­schine ist die Such­syn­tax eine andere. Eine gang­bare Mög­lich­keit war hier, ein gewis­sen Ange­bot, dass den Kin­dern als Aus­gangs­punkt die­nen sollte, selbst bereitzustellen.

Lösungs­ver­such
Als Such­ma­schine spe­zi­ell für Kin­der gemacht und redak­tio­nell gepflegt bot sich die Such­ma­schine “Blinde Kuh” an. Links zum Thema “Römer” wur­den im Netz über ver­schie­dene Such­ma­schi­nen gesich­tet und in einer Link­liste auf die­ser Web­site zur Ver­fü­gung gestellt und waren Aus­gangs­punkt für die Infor­ma­ti­ons­sich­tung und — beschaf­fung. Natür­lich haben Kin­der auch andere Inter­es­sen und die Fra­gen: “Gibt es auch etwas zu … im Inter­net” kamen schnell. Die Link­liste wurde also mit einer Aus­wahl erwei­tert, die im Inter­es­sen­ge­biet der Kin­der lag.

Pro­blem — Run auf das neue Medium
Da, wie ich wei­ter oben schon berich­tet habe, der Zugang zum Netz im Moment nur über einen Rech­ner mög­lich ist, ent­wi­ckelte sich ein Run auf das neue Medium, was eine vor­über­ge­hende, zeit­li­che Beschrän­kung beim Sur­fen unum­gäng­lich machte.

Lösungs­ver­such
Immer zwei Kin­der konn­ten so auf Infor­ma­ti­ons­su­che ins Netz gehen. Die zeit­lich Beschrän­kung lag bei ca. 30 Minu­ten. Gefun­dene und inter­es­sante Infor­ma­tio­nen wur­den durch die Kin­der aus­ge­druckt oder gespei­chert und anschie­ßend ausgewertet.

Kom­men­tar
Wäh­rend ein Kind, dass alleine vor dem Rech­ner sitzt und durchs Inter­net surft, schon mal der eige­nen Neu­gier nicht wider­ste­hen kann und sich auch Sei­ten ansieht, die nicht für Kin­der­au­gen bestimmt sind, ist diese Gefahr, wenn zwei Kin­der vor dem Rech­ner sit­zen erfah­rungs­ge­mäß nicht so groß. Bei Pro­ble­men oder Web­sei­ten, die nicht von den Kin­dern gelöst oder ein­ge­ord­net wer­den konn­ten, wurde die Hilfe des Leh­rers ange­for­dert. Wenn zwei Kin­der an einem Rech­ner sit­zen, fin­det eine “Ver­ein­sa­mung” nicht statt. Gegen­sei­tige Hil­fe­stel­lung und inten­sive Kom­mu­ni­ka­tion wer­den hier angewandt.

Eine Soft­ware, die bestimmte Sei­ten vom Besuch aus­schließt, ist nicht im Ein­satz und muss bis­her nicht ein­ge­setzt werden.

Pro­blem — Viele Infor­ma­tio­nen
Viele die­ser Infor­ma­tio­nen wurde als unbrauch­bar für unser Pro­jekt verworfen.

Lösungs­ver­such
Andere Infor­ma­tio­nen weck­ten bei den Kin­dern die Neu­gier. War das in Köln auch so? Zur wei­te­ren Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fun­gen wur­den dann in der Regel Bücher benutzt, die ent­we­der in der Schule zur Ver­fü­gung stan­den oder nach­mit­tags in der Stadt­bü­che­rei aus­ge­lie­hen wur­den. Fotos, die benö­tigt wur­den, wur­den selbst gemacht, sofern die Objekte noch zugäng­lich waren.

Pro­blem — Copy­right
Hier­bei ergab sich ein ande­res Pro­blem, denn es war nicht ein­fach, den Kin­dern zu ver­mit­teln, dass nicht alles, was man in einem Buch sieht, auch ver­wen­det wer­den darf. Das Copy­right muss beach­tet werden.

Lösungs­ver­such
Prag­ma­tisch, wie Kin­der sein kön­nen, haben sie dann zum Bei­spiel Bil­der als Vor­lage genom­men und Zeich­nun­gen angefertigt.

Kom­men­tar
Eine grund­sätz­li­che Lösung muss her. So wich­tig es ist, das Copy­right zu beach­ten, so hin­der­lich kann es auch sein, wenn man ver­sucht, Schü­le­rin­nen und Schü­ler an die Nut­zung neuer Medien her­an­zu­füh­ren und um eigene Prä­sen­ta­tio­nen zu erstel­len. Ich würde mich freuen, wenn das Copy­right dahin­ge­hend modi­fi­ziert würde, dass für eine nicht­kom­mer­zi­elle Nut­zung durch Schü­ler keine Erlaub­nis der Auto­ren ein­ge­holt wer­den muss.

Resü­mee
Die bis­he­ri­gen Erfah­run­gen zei­gen, dass die Nut­zung neuer Medien¹ erst ein­mal eine Grund­kom­pe­tenz sei­tens des Leh­rers vor­aus­setzt. Diese Grund­kom­pe­tenz sollte sich zusam­men­set­zen aus:

- Grund­kennt­nis­sen im Umgang mit dem Com­pu­ter und den Peri­phe­rie­ge­rä­ten.
– Kleine Stö­run­gen soll­ten sofort besei­tigt wer­den kön­nen (das Aus­wech­seln einer Dru­cker­pa­trone sollte pro­blem­los mög­lich sein).
– Grund­kennt­nisse im Umgang mit Stan­dard­soft­ware.
– Inten­sive Kennt­nisse der im Unter­richt zum Ein­satz kom­men­den Software.

Grund­kennt­nisse in Bezug auf das Internet

Zu die­sen Grund­kennt­nis­sen gehören:

- Begriffe wie: eMail, FTP, WWW, News­group usw. (siehe auch)- Such­ma­schi­nen– und Meta­craw­lerab­frage (siehe auch)
– Spei­che­rung von Web­sei­ten und deren Wei­ter­ver­ar­bei­tung
– Anle­gen von Book­marks
– Methodisch-didaktische Kom­pe­tenz bei der Aus­wahl der ein­zu­set­zen­den Medien

Wie kann man diese Kennt­nisse erlan­gen?
Inzwi­schen gibt es viel­fäl­tige Ange­bote. Die Volks­hoch­schule bie­ten Kurse zur Erlan­gung von Grund­kennt­nis­sen im Umgang mit dem Com­pu­ter an — Stich­wort: e-Card.
Vom Schul­amt für die Stadt Köln wer­den Fort­bil­dun­gen orga­ni­siert.
Die Päd­ago­gi­sche Werk­statt Köln bie­tet eben­falls Fort­bil­dun­gen an.
In Köln star­tet dem­nächst die Fort­bil­dung “Intel — Leh­ren für die Zukunft”. Vor­aus­set­zung sind aller­dings gute Grund­kennt­nisse im Umgang mit dem Com­pu­ter (e-Card).
Viele Schulbuch-Verlage bie­ten Kurse ver­schie­de­ner Art an.
Bera­tung und Hil­fe­stel­lung erhal­ten Sie von den e-Teams in NRW. Ihren Ansprech­part­ner fin­den Sie hier:
Hil­fe­stel­lung kön­nen Sie auch von mir per eMail erhal­ten. Schrei­ben Sie mir — viel­leicht fin­den wir gemein­sam eine Lösung.

Was nicht zu den Auf­ga­ben der Leh­rer gehört:
Hard­ware­ein­rich­tung
Hard­ware­re­pa­ra­tur
Netz­werkein­rich­tung und –admi­nis­tra­tion
(zu den gerade genann­ten Punkt gibt es in Köln Hil­fe­stel­lung — siehe auch)

Was wün­schens­wert wäre:

  • Dass sich noch mehr Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen die­sem Thema zuwen­den und eigene Vor­be­halte über Bord werfen.
  • Dass noch mehr Unter­stüt­zung vom Bund, den Län­dern und den Städ­ten und Gemein­den gewährt wird.
  • Dass die Vor­aus­set­zun­gen in den Schu­len geschaf­fen wer­den. Es reicht nicht, Inter­net­an­schlüsse zu legen, wenn keine Hard­ware vor­han­den ist oder nie­mand mit vor­han­de­ner Hard­ware umge­hen kann.

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¹ Neue Medien

Mir ist die­ser Begriff zu eng gefasst, denn er sug­ge­riert, dass es nur um Inter­net und Com­pu­ter geht. Mei­nes Erach­tens fällt unter den Begriff neue Medien das Zusam­men­spiel von allen Medien, die zur Ver­fü­gung ste­hen. Das kann ein Buch, ein OHP, ein Film oder Video, das Inter­net usw. sein. Com­pu­ter und Inter­net gehö­ren zu die­sen Medien und wer­den zukünf­tig immer wich­ti­ger. Sie wer­den aber nicht das Buch, das Fern­se­hen, den Film o.ä. ver­drän­gen.

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