Kann man Zeit kaufen?

Es gibt immer wie­der Abschnitte im Leben, in denen man beson­ders viel Zeit und Unter­stüt­zung benö­tigt. Dies ist sicher­lich der Fall, wenn ein Kind in die Schule kommt.

Die vie­len neuen Ein­drü­cke und Anfor­de­run­gen, die Ori­en­tie­rung in noch unbe­kann­ten Räu­men mit unbe­kann­ten Kin­dern und einer Leh­re­rin oder einem Leh­rer, die erst noch Bezugs– und Ver­trau­ens­per­son wer­den müs­sen, strengt an. So kann es pas­sie­ren, dass ein Kind sich plötz­lich wie­der hin­legt und frei­wil­lig einen Mit­tags­schlaf macht. Das ist das, was der Kör­per dann fordert.

Wich­ti­ger ist aber mei­nes Erach­tens, dass jemand Zeit für das Kind hat, ihm zuhört und es da ist. Ihm hilft bei den orga­ni­sa­to­ri­schen Din­gen wie das Packen des Ran­zens und natür­lich auch ein Lob zur rech­ten Zeit aus­spricht oder Mut macht, dass es nie so weit kommt wie bei dem Jun­gen in der fol­gen­den Geschichte:

Kann man Zeit kaufen?

Der Junge, der Zeit kau­fen wollte!

Ein Mann kam spät von der Arbeit nach Hause, müde und erschöpft. Sein fünf­jäh­ri­ger Sohn war­tete auf ihn an der Tür: “Papa, darf ich Dich etwas fragen?”

Ja, sicher. Worum geht es denn?” ant­wor­tete der Mann.

Papa, wenn Du arbei­test, wie viel ver­dienst Du pro Stunde?”

Das geht Dich gar nichts an. Warum fragst Du sol­che Sachen?” sagte der Mann ärgerlich.

Ich will es doch nur wis­sen. Bitte sag mir, wie viel Du in der Stunde bekommst.” bet­telte der kleine Junge.

Wenn Du es unbe­dingt wis­sen musst: “Ich bekomme 20 Euro die Stunde.”

Oh”, stöhnte der kleine Junge mit gesenk­tem Kopf.

Dann sieht er auf und sagt: “Papa, kann ich mir bitte zehn Euro von Dir leihen?”

Der Vater explo­diert: “War das der ein­zige Grund, zu erfah­ren, was ich verdiene? Nur um mir Geld abzu­luch­sen und damit ein dum­mes Spiel­zeug oder sons­ti­gen Unsinn zu kaufen? Du kannst auf Dein Zim­mer gehen und dar­über nach­den­ken, ob das nicht sehr ego­is­tisch ist. Ich arbeite lang und hart jeden Tag und ich habe keine Zeit für die­sen kin­di­schen Quatsch!”

Der kleine Junge ging leise in sein Zim­mer und schloss die Tür. Der Mann setzte sich vor den Fern­se­her und ärgerte sich wei­ter über den hin­ter­häl­ti­gen Ver­such sei­nes Soh­nes.
Nach etwa einer Stunde hatte er sich beru­higt und begann sich zu fra­gen, ob er nicht über­rea­giert hatte. Er ging hin­auf zu sei­nem Sohn und öffnete die Tür.

Schläfst Du schon?” fragte er.

Nein, Papa. Ich bin wach.”

!Ich habe nach­ge­dacht. Ich finde ich war vor­hin zu hart!” sagte der Mann.
“Ich hatte einen lan­gen, schwie­ri­gen Tag und ich habe meine Anspan­nung an Dir aus­ge­las­sen. Hier sind die zehn Euro, die Du haben wolltest.”

Der kleine Junge sprang vom Bett: “Oh, danke, Papa!” schrie er.

Dann holte er unter sei­nem Bett einen fla­chen Kar­ton mit eini­gen Mün­zen darin. Als der Mann sah, dass sein Sohn bereits eini­ges an Geld hatte, wurde er wie­der ärger­lich, wäh­rend sein Sohn lang­sam das Geld zählte.

Warum hast Du mich nach Geld gefragt, wenn Du doch schon wel­ches hattest?”

Weil ich nicht genug hatte. Aber jetzt reicht es!” sagte der Junge.

Papa, ich habe jetzt 20 Euro. Kann ich eine Stunde Zeit bei Dir kaufen?”

- unbe­kann­ter Verfasser –

Ähnli­che Beiträge:

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Lernen, Nachdenkliches, Schule, wasmirindensinnkommt und getagged , , , , , , , , , , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>