Kölner Fahrrad-Sternfahrt 2010

Helm, damit man sich nicht ver­letzt, wenn man mit dem Kopf gegen ein Bau­stel­len­schild knallt.

Vor eini­ger Zeit erhielt ich eine aus­ge­spro­chen freund­li­che E-Mail mit der Bitte, doch für die Kölner-Fahrrad-Sternfahrt in die­sem Jahr zu bewer­ben, damit die Anlie­gen der Fahr­rad­fah­rer mehr in den Fokus gerückt würden.

Super!“ dachte ich bei mir. „Eine gute Idee!“

Der zweite Gedanke war dann aber fast zeit­gleich: „Schau doch mal nach, was eigent­lich Ziel die­ser Fahr­rad­stern­fahrt sein soll, bevor du nun groß­ar­tig die Wer­be­trom­mel rührst.“

Also schaute ich mir erst ein­mal auf der Seite zur Aktion (siehe unten unter Links) die zum Akti­ons­bünd­nis gehö­ren­den Mit­glie­der an.

An obers­ter Stelle, der ADFC Köln, der sich „für sichere und gut zu befah­rende Rad­wege“ einsetzt.

Oh! Ha!“ war mein ers­ter Gedanke, als ich die­ses gele­sen hatte, denn irgend­wie hatte ich im Hin­ter­kopf, dass neue Stu­dien ein­deu­tig bele­gen: Rad­wege erhö­hen die Unfall­ge­fahr und min­dern sie nicht!

Bau­stel­len­ein­rich­tung

Es gibt ja das Inter­net und so habe ich kurz eine Such­ma­schine ange­wor­fen und die­ses Thema recherchiert.

Und rich­tig, schon der erste Ein­trag ver­wies auf ver­schie­dene Unter­su­chun­gen, die die Sicher­heit durch und auf Rad­we­gen in Frage stellten.

Anschau­lich wer­den Sta­tis­ti­ken über Unfall­schwer­punkte gezeigt. Meist ist eine Erhö­hung der Unfall­zah­len die Folge, wenn ver­sucht wird, Rad­fah­ren durch Rad­wege siche­rer zu machen.

Schon der zweite Ein­trag bestä­tigte gerade Gele­se­nes und inter­es­san­ter­weise finde ich die Bestä­ti­gung auf den Sei­ten des ADFC NRW.

Hier heißt es unter ande­rem: „Trotz­dem wies die Stu­die ein­deu­tige Ergeb­nisse aus: das Benut­zen eines Rad­we­ges ist an Kreu­zun­gen mit einem bis zu fünf­fach höhe­ren Risiko ver­bun­den als das Fah­ren auf der Fahrbahn.“

Es ist sicher­lich nicht ver­kehrt, wenn Sie die­sen Bei­trag auf den Sei­ten des ADFC NRW in sei­ner Gänze lesen und so nicht der Ein­druck erweckt wird, als hätte ich, weil es so gut passt, das Zitat will­kür­lich aus dem Zusam­men­hang gerissen.

Alle Unter­su­chun­gen kom­men zu der ein­heit­li­chen Mei­nung, dass Rad­wege inner­orts (außer­orts gibt es so gut wie keine Erhe­bun­gen zu Rad­we­gen) in der Regel das Risiko für Rad­fah­rer erhöhen.

Das Fazit im Arti­kel des ADFC NRW liest sich dann auch so:

Die nied­rige Unfall­quote ließe sich also wei­ter sen­ken, wenn Rad­fah­rern erlaubt wird, was für alle ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer selbst­ver­ständ­lich ist: Dort zu fah­ren, wo sie am sichers­ten sind.

Rad­weg für den Schilderwald

Unter­stützt wird die Kölner-Fahrrad-Sternfahrt selbst­ver­ständ­lich auch vom Fahr­rad­be­auf­trag­ten / Stadt Köln.

Das möchte ich ein­fach so ste­hen las­sen, denn die­ser hat, wie sie hier man­nig­fal­tig nach­le­sen kön­nen, aus mei­ner Sicht nicht gerade als Spre­cher der Fahr­rad­fah­rer zu erken­nen gege­ben. Ebenso wenig wie der ADFC Köln.

An die­sen Bei­spie­len kön­nen Sie sehe, wie wich­tig es ist, auf die Belange der Rad­fah­rer, ein part­ner­schaft­li­ches Mit­ein­an­der im Stra­ßen­ver­kehr hin­zu­wei­sen, aber auch dar­auf, dass Rad­wege keine Sicher­heit ver­spre­chen, son­dern gefähr­lich sind.

Darum for­dert das Akti­ons­bünd­nis Köl­ner Fahrrad-Sternfahrt:

  • Ein­deu­tige, sinn­volle und sichere Radverkehrsführung!
  • Besei­ti­gung zahl­rei­cher Gefährdungsstellen!
  • Schaf­fung kur­zer und direk­ter Wege!
  • Viel mehr Platz für Radfahrer!
  • Mehr Fahr­rad­schutz­strei­fen auf der Straße!

Davon aus­ge­hend, dass mit einer sin­vol­len und Siche­rern Rad­ver­kehrs­füh­rung nicht die Ein­rich­tung wei­te­rer Rad­wege bedeu­tet, möchte ich hier­mit die Köl­ner Fahrrad-Sternfahrt aus­drück­lich unter­stüt­zen, werde an der Köl­ner Fahrrad-Sternfahrt teilnehmen.

Sie bitte ich eben­falls, an der Köl­ner Fahrrad-Sternfahrt teilzunehmen!

Die Köl­ner Fahrrad-Sternfahrt 19. Sep­tem­ber 2010.

Aus­führ­li­che wei­tere Infos auf den Sei­ten der Initiatoren.

Radweg für Bus

Rad­weg für Bus

Die Bil­der rechts zei­gen, wie Rad­weg häu­fig in Köln genutzt werden.

Neben der belieb­ten Radweg-als-Parkraum-Nutzung wer­den diese auch bei Bau­stel­len­be­schil­de­run­gen bevor­zugt behan­delt. Es kann aber auch pas­sie­ren, dass man plötz­lich einem aus­ge­wach­se­nen Bus auf dem Rad­weg begegnet.

Mich freut es immer, wenn ein Rad­weg so zweck­ent­frem­det wird, denn dann endet auto­ma­tisch meine Radwegebenutzungspflicht!

Links

ADFC Köln

ADFC NRW zum Thema „Rad­weg und Sicher­heit

Bernd Sluka zum Thema „(Un-)Sicherheit auf Rad­we­gen

Such­auf­trag bei Google „Sicher­heit durch Rad­wege

Kölner-Fahrrad-Sternfahrt

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2 Kommentare

  1. Erstellt am 12. August 2010 um 07:51 | Permanent-Link

    Wow,
    auf den bei­den Bau­stel­len­bil­dern jeweils noch ein Geis­ter­rad­ler!
    Oder war an den Stel­len der Weg links­sei­tig freigegeben?

    Übri­gens pas­siert einem sowas auch auf Rad­fahr­strei­fen! Daher
    kann ich auf sol­che Art der Rad­fahr­för­de­rung auch gut und gerne
    verzichten.

    ciao
    Holger

    Der wahr­schein­lich trotz­dem mitfährt…

    • Elmar Fischer
      Erstellt am 12. August 2010 um 09:27 | Permanent-Link

      Geis­ter­rad­ler in recht hoher Zahl, denn der Weg ist da nicht links­sei­tig frei­ge­ge­ben. Der Rad­weg auf der ande­ren Seite ist aller­dings so gut wie nicht fahr­bar, da er vol­ler Hub­bel und Schlag­lö­cher ist.

      Rad­strei­fen wer­den eben­falls durch den Auto­ver­kehr, par­kende Fahr­zeuge oder Bau­stel­len­schil­der blo­ckiert. Das kann ich nun bestä­ti­gen. Ich schließe mich Dei­ner Aus­sage, dass eine sol­che Rad­fahr­för­de­rung ver­zicht­bar ist, an.

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