Lernen will gelernt sein!

„Der Weg, auf dem die Schwa­chen sich stär­ken, ist der glei­che, wie der, auf dem die Star­ken sich ver­voll­kom­men.“
Maria Montessori.

Dies ist mein Lieb­lings­zi­tat von Mont­ess­ori, weil es eigent­lich alles aus­drückt, was heute wie­der in der päd­ago­gi­schen Dis­kus­sion im Fokus steht.

In der Dis­kus­sion ist, dass, wie PISA gezeigt hat, repro­duk­ti­ves Ler­nen nicht mehr aus­reicht, da Kom­pe­tenz und selbst­stän­di­ges Ler­nen die Vor­aus­set­zung für lebens­lan­ges Ler­nen sind.

In der Dis­kus­sion ist der Begriff der Inklu­sion, seit man erkannt hat, dass alle Kin­der gemein­sam ler­nen müs­sen, damit sie in viel­fäl­ti­ger Weise die Stär­ken der ande­ren Kin­der erfah­ren und so eine Team­fä­hig­keit erlangt wird, die bei repro­duk­ti­vem Ler­nen nicht mög­lich ist.

In der Dis­kus­sion ist, dass die Son­der­schu­len in NRW För­der­schu­len hei­ßen, die dort arbei­ten­den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aller­dings wei­ter­hin Son­der­schull­leh­rer genannt werden.

In der Dis­kus­sion ist Gemein­sa­mer Unter­richt (GU) von behin­der­ten und nicht behin­der­ten Kin­dern, ein Ver­such; der in eini­gen Schu­len Ein­zug hielt und auf­grund der posi­ti­ven Erfah­run­gen wer­den­nun mehr GU-Schulen gefordert .

Diese und wei­tere Punkte der päd­ago­gi­schen Dis­kus­sion wer­den unter dem Begriff “Inklu­sion” zusam­men­ge­fasst und man fin­det seit Beginn die­ser Dis­kus­sion auf vie­len Schul­hom­pa­ges den Satz:
Wir sind eine Schule für alle Kinder!

Viele Schu­len haben sich auf den Weg gemacht und ent­wi­ckeln für ihre Schule Kon­zepte, die nicht nur der päd­ago­gi­schen Dis­kus­sion Rech­nung trägt, son­dern auch auf den geän­der­ten Lehr­pläne und Richt­li­nien, wel­che die Grund­lage der schu­li­schen Arbeit sind.

In NRW ist man abge­rückt von repro­duk­ti­vem Ler­nen und legt den Schwer­punkt nun auf Kom­pe­tenz­er­werb.
Dazu gibt es in den Richt­li­nien und Lehr­plä­nen eine Auf­stel­lung der erwar­te­ten Kom­pe­ten­zen, die am Ende des 2. Schul­jah­res und am Ende des 4. Schul­jah­res erwor­ben sein sollen.

Ver­trauen als Basis

“Ich halte es für mög­lich, eine neue Gesell­schaft vor­aus­zu­se­hen, in der der Mensch fähi­ger sein wird, weil man Ver­trauen in ihn setzte, als er ein Kind war.”
Maria Montessori

Die­ser Weg ist nicht ein­fach, denn einer­seits müs­sen die Leh­rer ihren Unter­richt umstel­len und ande­rer­seits muss um Ver­trauen bei den Eltern gewor­ben wer­den, für wel­che die Vor­stel­lung von Schule, die auf den eige­nen Schul­er­fah­run­gen basie­ren, revi­diert wer­den muss.

Nicht mehr die Klas­sen­ar­beit, die Lern­ziel­kon­trolle, der Test und die damit unwei­ger­lich ver­bun­dene Beno­tung, hel­fen bei der Ori­en­tie­rung des Leis­tungs­stan­des der Kin­der, son­dern ver­schie­dene Kri­te­rien, die nicht mehr punkt­ge­nau für eine Klas­sen­ar­beit oder einen Test erbracht wer­den müs­sen, son­dern indi­vi­du­ell wahr­ge­nom­men und, nach vor­her offen gelg­ten Kri­te­rien, beur­teilt wer­den.
Hier­bei ist mei­nes Erach­tens eine Note überflüssig.

Wich­tig ist — ich weiß, dass ich mich wie­der­hole, das Ver­trauen in die Fähig­kei­ten des Kin­des und ein ver­trau­en­vol­ler Dia­log mit den Eltern, die über die aktu­elle Ent­wick­lung infor­miert sein müs­sen, um so auch unter­stüt­zend tätig sein zu könnenbesteht.

Wich­tig ist eben­falls, dass der Blick der beglei­ten­den Leh­rer vom Kind aus  geht und nicht auf das Kind gerich­tet ist. Nur so kann die Unter­stüt­zung des Kin­des in sei­ner Ent­wick­lung gelingen.

Aber auch für die Schü­ler fin­det eine Umstel­lung statt, die schon in jun­gen Jah­ren im Elten­haus beginnt, im Kin­der­gar­ten fort­ge­führt und in der Schule Grund­lage des Ler­nens ist: Das Ver­trauen in die Fähig­kei­ten des Kin­des!
Das heißt kon­kret: Eigen­ver­ant­wor­tung, sobald ein Kind nach eig­nen Vor­aus­set­zun­gen dazu in der Lage ist.

Links

Päd­ago­gisch: Inklusion

Ler­nen im Vorübergehen

Maria Mont­ess­ori

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