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Logische Konsequenz!
Individualisierung der Lernprozesse. Lebenslanges Lernen. Lebenslange Fortbildung. Englisch in der Grundschule und demnächst vielleicht – hoffentlich – auch schon im Kindergarten.
Dies alles und noch viel mehr können Kinder leisten, wenn man sie lässt und unterstützt.
Wie ein trockener Schwamm saugen Kinder Wissen auf, dessen sie habhaft werden. Das ist nichts Neues, denn viele Reformpädagogen haben schon früh erkannt, dass Lernen ein individueller Prozess ist, denn man nur unterstützen und fördern muss.
So spricht Maria Montessori von einem „inneren Bauplan“ und „sensiblen Perioden“. Diesem „inneren Bauplan“ folgt das Kind beim Lernen und ist in bestimmten Phasen für bestimmte Dinge besonders sensibel (sensible Perioden).
Es ist so nicht verwunderlich, dass Kinder zum Beispiel die Buchstaben zu unterschiedlichen Zeiten für sich entdecken und somit auch das Lesenlernen zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfindet.
Während aber das eine Kind seinen Fokus auf Buchstaben richtet, so hat ein anderes Kind seine Vorliebe für Zahlen entdeckt, unser dezimales Zahlensystem durchschaut und rechnet nun mit Vorliebe in den unterschiedlichsten Zahlenräumen.
Wieder ein anderes Kind interessiert sich für die geometrischen Formen in seiner Umgebung und wieder ein anderes Kind hat in dieser Phase ein besonders großes Interesse an sachkundlichen Themen.
Häufig bekommt man als Erwachsener gar nicht mit, wann ein Kind etwas lernt.
So kenne ich auch Erzählungen von Eltern und auch aus eigener Erfahrung, dass Kinder plötzlich, und scheinbar ohne Vorübung, Lesen können.
Versucht man nun zu ergründen, wie diese Fertigkeit erworben worden ist, so wird man schnell feststellen, dass vor dem Lesen häufig die Frage nach Buchstaben kam: Wir heißt dieser Buchstabe.
Oder das Kind ältere Geschwister hat und es beim Hausaufgabenmachen der Geschwister zugeschaut hat. Oder beim Schule spielen Buchstabenkenntnisse vermittelt worden sind.
Das Kind hat sich für Erwachsene unbemerkt Wissen angeeignet und eine Fertigkeit erworben, ohne, dass ein Erwachsener wissensvermittelnd beteiligt war!
Sicherlich ist hier meist eine Mischform Grundlage des Erlernten, aber in der Regel kein Leselernunterricht Voraussetzung.
Wird das Kind gemäß seinem „inneren Bauplan“ und den „sensiblen Perioden“ unterstützt, vollzieht sich Lernen unbemerkt und effizient, meist spielerisch.
So erworbene Fertigkeiten sind dauerhaft und nicht nur temporär – für das Schreiben einer Klassenarbeit – im Besitz des Kindes.
Unterstützung kann hier zum Beispiel sein, dass man einem Kind zeigt, wie man die Buchstaben richtig schreibt, um so den Schreibfluss zu ermöglichen, der bei handschriftlichen geschriebenen Texten sinnvoll ist.
Auch der Umgang mit dem Stift, dem Computer, dem Malkasten erfordert Unterstützung. Ebenso Hinweise und Beispiel bei der Heftaufteilung, beim Anlegen von Material– oder Stichwortsammlungen, bei der Vorbereitung von Präsentationen und so weiter, und so weiter.
Aus all diesen Gründen ist ein flexibler Einschulungstermin und / oder das Zusammenwachsen von Kindergarten und Grundschule erforderlich.
Hier nennt Frau Schavan sicherlich nur eine logische Konsequenz, die sich aus den Erfordernis individualisierter Lernprozesse resultieren und die inzwischen durch einen Paradigmenwechsel in den Richtlinien und Lehrplänen der Länder der Bundesrepublik Deutschland verbindlich festgeschrieben sind, ergeben.
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Montessori und der „innere Bauplan“ eines Kindes.
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