Lesen und Sprachförderung im Offenen Ganztag

Sprach­stands­fest­stel­lung
Es ist nun schon einige Zeit ver­gan­gen, dass wir einen Sprach­test in der Fle­xi­blen Schul­ein­gangs­phase durch­ge­führt haben, um objek­tiv fest­zu­stel­len, wo die Schü­ler in ihrer Sprach­ent­wick­lung ste­hen und wie man sie in die­sem Bereich unter­stüt­zen kann.

För­de­rung
Wich­tig war dabei, nicht nur eine Defi­zit­för­de­rung durch­zu­füh­ren, son­dern auch leis­tungs­stär­kere Schü­lern mit einer ange­mes­se­nen Sprach­för­de­rung zu unterstützen.

Ran ans Lesen

Ran ans Lesen

Ran ans Lesen
Es gab und gib schon ver­schie­dene Ange­bote. So wird in Zusam­men­ar­beit mit der Stadt­bi­blio­thek das Pro­jekt “Ran ans Lesen” durch­ge­führt.
Eine Gruppe von Kin­dern besucht dabei regel­mä­ßig die Stadtbibliothek.

Ori­en­tie­rung
Dies ist inner­halb des Pro­jekts wich­tig, da Kin­der aus sozi­al­räum­lich belas­te­ten Gebie­ten in der Regel nicht Kun­den der Öffent­li­chen Büche­reien sind.
Ori­en­tie­rung, Auf­zei­gen der Mög­lich­kei­ten, Aus­lei­hen von Büchern, deren sorg­fäl­tige Behand­lung und Rück­gabe sind Übun­gen, die Sicher­heit schaffen.

Lese­pa­tin
Eine Lese­pa­tin stellt zu einem The­men­be­reich einige Bücher vor, liest dar­aus vor und führt die Kin­der auf viel­fäl­tige und inter­es­sante Weise ins Thema ein.

Offe­ner Ganz­tag
Im Offe­nen Ganz­tag erfol­gen erwei­terte Lese­übun­gen und ebenso ein erwei­terte Ein­stieg ins Thema. Zusam­men­fas­sun­gen — auch münd­lich — wer­den erstellt und viel­fäl­tige Übun­gen durch­ge­führt.
Dazu wird ein Lese­ta­ge­buch geführt, in das die teil­neh­men­den Kin­der ihre Lese­leis­tu­gen ein­tra­gen, eine per­sön­li­che Wer­tung dar­über abge­ben, wie ihnen das Buch gefal­len hat. Manch­mal auch einen ande­ren Schluss erfin­den oder reihum nur die wört­li­che Rede aus ver­schie­de­nen Büchern vorlesen.

Neue Medien
Auch der Com­pu­ter wird in diese Lese­för­de­rung mit ein­be­zo­gen, denn einer­seits kön­nen die Kin­der Fra­gen zu den Büchern beant­wor­ten, indem sie sich bei Anto­lin ein­log­gen, ande­rer­seits kön­nen sie auch eigene Text pro­du­zie­ren, die hand­schrift­lich erstellt, dann am Com­pu­ter erfasst und gestal­tet wer­den kön­nen.
So wer­den als Neben­ef­fekt Medi­en­kom­pe­ten­zen erworben.

Zurück zur Sprach­för­de­rung - Ergeb­nisse
Der Sprach­test, der mit Kin­dern durch­ge­führt wor­den ist, die ein hal­bes Jahr und ein­ein­halb Jahre die Schule besuch­ten, hat erge­ben, dass — ich will das hier nicht beschö­ni­gen — fast 60 % nach die­sem Stan­dard­test dem Unter­richt nicht in einem Umfang fol­gen kön­nen, wie sie es eigent­lich kön­nen soll­ten oder müssten.

Grund genug, die Sprach­för­de­rung zu inten­si­vie­ren.
Eine schnelle Mög­lich­keit war es, eine zusätz­li­che Sprach­för­de­rung für die Kin­der der Fle­xi­blen Schul­ein­gangs­phase (FLEX) im Offe­nen Ganz­tag anzubieten.

Sprach­för­de­rung im Offe­nen Ganz­tag
Da zwei Drit­tel aller Kin­der der Schule den Offe­nen Ganz­tag besu­chen, konnte man so schon eine recht große Schü­ler­zahl erreichen.

Es wurde ad hoc für jedes Kind ein täg­li­che Sprach­för­der­stunde ein­ge­rich­tet. Hier­bei han­delt es sich nicht um Ein­zel­för­de­rung, das kann der Offe­nen Ganz­tag lei­der nicht leis­ten, son­der um Kleingruppenförderung.

Mate­ria­lien
Grund­lage der För­de­rung sind die Mate­ria­lien, die im dar­auf spe­zia­li­sier­ten Fin­ken Ver­lag erschie­nen sind.

Aus­ge­wählt wur­den für die 1./2. Jahr­gangs­stufe  das Mate­rial “Erzähl mir was 1 und 2″, das zum akti­ven Spre­chen ani­miert und eine the­men­be­zo­ge­nen Wort­schatz­ar­beit und –erwei­te­rung ermöglicht.

Wim­mel­bü­cher sor­gen auch außer­halb die­ser täg­li­chen För­der­stun­den für viele the­men­be­zo­gene Gesprächsanlässe.

Diese Mate­ria­lien, die unab­hän­gig von einer För­de­rung im Unter­richt der Klas­sen sind, wur­den gewählt, um einer­seits nicht mit den För­der­maß­nah­men in den Klas­sen Kon­kur­renz zu tre­ten, ande­rer­seits aber auch, um einen “Roten Faden” in der Sprach­för­de­rung zu haben.

Grup­pen­ein­tei­lung
Die Kin­der besu­chen in der Regel schon län­gere Zeit den Offe­nen Ganz­tag und sind den Mit­ar­bei­tern dort bekannt.
Aus daten­schutz­recht­li­chen Grün­den haben wir des­halb auf eine Grup­pen­zu­samms­ten­stel­lung mit­hilfe der Test­er­geb­nisse ver­zich­tet.
Damit haben wir auch ein Stig­ma­ti­sie­rung unter­bun­den, die sonst viel­leicht durch die Grup­pen­ein­tei­lung von außen erfolgt wäre.
Die Ein­tei­lung in de Sprach­för­der­grup­pen erfolgte nach Ein­schät­zung der Mit­ar­bei­ter des Offe­nen Ganztags.

Durch­läs­sig­keit — Dreh­tü­ren­mo­dell
Grund­lage die­ser Grup­pen­bil­dung ist aller­dings keine starre Ein­tei­lung, son­der es soll jeder­zeit mög­lich sein, die Gruppe zu wech­seln, damit keine Unter­for­de­rung ein­tre­ten kann.

Eltern­in­for­ma­tion
Wich­tig war es, die Eltern mit ins Boot zu holen. Das geht nur über Infor­ma­tion und Betei­li­gung. Da an der Schule der Migra­ti­ons­an­teil sehr hoch ist,  sind wir davon aus­ge­gan­gen, dass diese zusätz­li­che För­der­maß­nahme im Offe­nen Ganz­tag posi­tiv auf­ge­nom­men wer­den würde.
Diese Ein­schät­zung hat sich bestätigt!

Vor­ga­ben an die Eltern
Da aus orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den die Sprach­för­de­rung für alle Kin­der par­al­lel lie­gen muss­ten, wur­den die Eltern dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Kin­der nur noch zu bestimm­ten Zei­ten nach der Sprach­för­de­rung abge­holt wer­den soll­ten. Aus­nah­men bei Arzt­be­su­chen o.ä. sind natür­lich auch wei­ter­hin mög­lich.
Gleich­zei­tig wur­den die Eltern über Mög­lich­keit der (Sprach)förderung infor­miert, die sie auf­grund ihres eige­nen Migra­ti­ons­hin­ter­grun­des leis­ten können:

  • Aus­rei­chend Schlaf.
  • Gutes Werk­zeug — Stifte, Hefte, usw.
  • Kon­takt zum Offe­nen Ganz­tag und zur Schule.
  • Vor­le­sen las­sen, damit die Kin­der eine Laut­le­se­übung haben.

Vor­ga­ben für die Kin­der
Auch die Kin­der wur­den über die neue Sprach­för­de­rung infor­miert und deren Teil­nahme als ver­bind­lich erklärt.
Der orga­ni­sa­to­ri­sche Rah­men (Grup­pen­ein­tei­lung, Zeit­rah­men, Raum) wurde den Kin­der erklärt und mit mit ihnen geklärt.

Wei­tere Vor­ga­ben und –über­le­gun­gen
Da es auch im Offe­nen Ganz­tag Kin­der gibt, die in höchs­tem Maße unmo­ti­viert sind und durch ihr Ver­hal­ten die Gruppe ihrem Tun stö­ren wur­den, ist ein Aus­schluss sol­cher Kin­der von die­ser För­de­rung möglich.

Ein mög­li­cher Aus­schluss wird den Eltern vor­her ange­kün­digt und, wenn keine Ände­rung im Ver­hal­ten ein­tritt, erfolgt eine schrift­li­che Benach­rich­ti­gung über einen Aus­schluss an die Eltern.
Auch die Klas­sen­leh­re­rin und / oder der Klas­sen­leh­rer wer­den über die­sen Aus­schluss informiert.

1. Erfah­run­gen
Die Kin­der haben die zusätz­lich För­de­rung posi­tiv ange­nom­men uns ste­hen in der Regel schon kurz vor Beginn der För­de­rung vor dem Raum und war­ten auf die Mit­ar­bei­te­rin des Offe­nen Ganztages.

Durch die Sen­si­bi­li­sie­rung für Spra­che, die durch die vie­len Sprech­an­lässe geschaf­fen wer­den, bemer­ken wir, dass die Kin­der sich darum bemü­hen ihre Spra­che zu ver­bes­sern. Häu­fig ver­su­chen sie sich in gan­zen Sät­zen zu unter­hal­ten und diese auch gram­ma­ti­ka­lisch rich­tig zu sprechen.

Der Test
Bei dem durch­ge­führ­ten Test han­delt es sich um den “Sprach­stands­über­prü­fung– und För­der­dia­gnos­tik für Aus­län­der– und Aus­sied­ler­kin­der (SFD)“
1. bis 4. Schul­jahr
Per­sen Verlag

Links

Das Pro­jekt “Ran ans Lesen” -  aus­führ­li­che Beschreibung

Die Stadt Köln infor­miert über das Pro­jekt “Ran ans Lesen”

Anto­lin — http://www.antolin.de

Fin­ken Ver­lag “Erzähl mir was”

Pro­gramme und Übun­gen und wei­tere Mög­lich­kei­ten zum Sprach­er­werb

Zusam­men­ge­setzte Substantive

Bild­wör­ter­buch

Bil­der­ge­schich­ten

Mär­chen aus aller Welt

Hör­bü­cher im Offe­nen Ganz­tag und im Unterricht

Hör­buch = Lesen für Faule?!?

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