Skandal oder gängige Praxis???

Da fährt also eine Minis­te­rin in Urlaub nach Spa­nien und lässt ihren Dienst­wa­gen inklu­sive Chauf­feur anrei­sen, weil sie dort dienst­li­che Ter­mine wahr­neh­men muss.

So weit, so gut.

Wenn das so ein­fach geht, ist das sicher­lich gän­gige Pra­xis und nicht die „Ein­zel­tat“ einer ein­zi­gen Minis­te­rin — oder?
Immer wie­der liest man in der Presse, dass dort ein Flug, dort eine Dienst­reise und dort eine andere Reise unter­nom­men wor­den ist, deren Kos­ten in kei­nem Ver­hält­nis zur erle­dig­ten Ver­pflich­tung / Auf­gabe stehen.

Kein Wun­der also, dass unsere Gesund­heits­mi­nis­te­rin sich ihren Dienst­wa­gen nach Spa­nien an den Urlaubs­ort bestellt um dort dienst­li­che Ver­pflich­tun­gen wahrzunehmen.

Unsen­si­bel und ver­schwen­de­risch würde ich die­ses Ver­hal­ten ein­stu­fen, denn all diese Ter­mine hätte man auch auf andere Art und Weise wahr­neh­men kön­nen. Es gibt sicher­lich auch dort vor Ort die Mög­lich­keit, sich für sol­che Ter­mine einen Wagen inklu­sive Chauf­feur zu bestel­len, wenn es denn sein muss.

Als ich letz­tes Jahr meine Steu­er­er­klä­rung abge­ge­ben hatte, kam post­wen­dend vom Finanz­amt der Hin­weis, dass nicht alle meine ange­ge­be­nen Fahr­ten zu mei­nen unter­schied­li­chen Dienstor­ten steu­er­lich aner­kannt wer­den könn­ten. Auch dann nicht, wenn ich dienst­lich ver­pflich­tet wäre an sol­chen Ver­an­stal­tun­gen teil­zu­neh­men.
Grund­sätz­lich seine diese Kos­ten mit der Aner­ken­nung einer ein­zi­gen Fahrt zu mei­ner Arbeits­stätte abgegolten.

Mich hat das sehr geär­gert, denn die Kos­ten sind mir ent­stan­den und weil die Poli­tik das so ent­schie­den hat und ich keine „steu­er­li­chen Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten“ habe, son­dern zu den glä­ser­nen Bür­gern in die­sem Land gehöre, hatte ich zwar die Kos­ten zu tra­gen, aber steu­er­lich in Ansatz brin­gen konnte ich diese nicht.

Sehe ich nun die „Dienst­fahrt“ unse­rer Gesund­heits­mi­nis­te­rin, so stelle ich wie­der ein­mal eine Dis­kre­panz fest zwi­schen den Beschlüs­sen und dem Han­deln unse­rer Poli­ti­ker fest.

Schade, dass hier so unsen­si­bel und ver­schwen­de­risch mit unse­ren Steu­er­gel­dern umge­gan­gen wird.

Wie soll man bei einem sol­chen Ver­hal­ten dar­auf ver­trauen, dass die Poli­tik ver­ant­wor­tungs­voll – gerade jetzt in Kri­sen­zei­ten – mit unse­ren Steu­er­gel­dern umgeht?

Links

SPIEGEL ONLINE: Film: Urlaubs-Ulla: Die Minis­te­rin mit Maß und Moral

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