Umdenken ist gefordert!

Man kennt das zur Genüge hier in Köln und mich nervt es ganz beson­ders, weil ich viel mit dem Fahr­rad inner­halb und außer­halb des Stadt­ge­bie­tes unter­wegs bin. Gemeint ist das Par­ken auf Radwegen.

Jeder der mit dem Fahr­rad unter­wegs ist, hat das schon erlebt: Man fährt auf einem benut­zungs­pflich­ti­gen Rad­weg und plötz­lich kommt man nicht wei­ter, weil ein Auto dort, auf die­sem Rad­weg steht.

Mit etwas Glück und bei wenig Ver­kehr — wenn es der Bord­stein zum Bür­ger­steig zulässt — kann man die­ses Fahr­zeug mit einem Schlen­ker umfah­ren.
Wenn man weni­ger Glück hat, wie ich am heu­ti­gen Morgen,

  • so muss man absteigen,
  • das Fahr­rad über den Bord­stein auf den Bür­ger­steig heben,
  • das Hin­der­nis dort schie­ben­der­weise umrunden,
  • um dann das Fahr­rad wie­der auf den Rad­weg zu schieben,
  • auf­zu­stei­gen und die Fahrt
  • bis zum nächs­ten Hin­der­nis fortzusetzen.
Radweg Neumarkt Köln

Rad­weg Neu­markt Köln

Gibt‘s nicht?
Doch, das ist der All­tag eines jeden Rad­fah­rers hier in Köln.

So stand heute um kurz vor 10.00 Uhr ein Fahr­zeug so auf dem Rad­weg, dass ein ein­fa­ches Umfah­ren nicht mehr mög­lich war.

Sicher­lich würde der Fah­rer, wenn man ihn befra­gen würde, sagen: “Ich habe doch nur ganz kurz dort gestanden!”

Trotz­dem habe ich als Rad­fah­rer kaum eine Chance, an die­ser Stelle das Fahr­zeug gefahr­los zu umrunden.

Würde glei­ches auf einer Straße pas­sie­ren, so würde gehupt, geschimpft und ges­ti­ku­liert, dass man bei eini­gen Fah­rern einen Herz­in­farkt erwar­ten würde.

Dies habe ich kurz dar­auf erle­ben dür­fen, als in einer Sei­ten­straße ein Lie­fer­wa­gen in der zwei­ten Reihe parkte und auf der gegen­über­lie­gen­den Seite eine Auto­fah­re­rin in eine Park­lü­cke ein­par­ken wollte.
Sie machte das sehr gut und rou­ti­niert, musste aller­dings die Größe des Ein­park­bo­gens beschrän­ken, weil auf der gegen­über­lie­gen­den Seite eine andere Fah­re­rin so weit hin­ter den Lie­fer­wa­gen gefah­ren war, dass der Ran­gier­raum extrem ein­ge­schränkt war.

Inter­es­san­ter­weise wurde hier die Auto­fah­re­rin, die ein­par­ken wollte, durch Hupen und sons­tige Net­tig­kei­ten so unter Druck gesetzt, dass sie ent­nervt weiterfuhr.

Radweg Am Pescher Holz in Pesch

Rad­weg Am Pescher Holz in Pesch

Par­ken in der zwei­ten Reihe ist so sehr Nor­ma­li­tät, dass der Zorn der war­ten­den Auto­fah­rer hier die fal­sche Fah­re­rin getrof­fen hatte.

Ähnlich ist es beim Hal­ten oder Par­ken auf dem Rad­weg. Hier regt sich nie­mand auf — hier han­delt es sich um ein Flä­che, die genutzt wer­den muss, wenn der Auto­ver­kehr sonst behin­dert würde.

Auf dem zwei­ten Bild sieht man, mit wel­cher Selbst­ver­ständ­lich­keit und ohne “Not” der Rad­weg als Park­raum genutzt wird.

Mit geht es nicht darum, dass hier Stra­fen aus­ge­spro­chen wer­den! Die Kenn­zei­chen habe ich aus die­sem Grund auch unkennt­lich gemacht.
Mir geht es um ein Umden­ken, denn als Rad­fah­rer bin ich gezwun­gen auf einem Rad­weg zu fah­ren — ob ich will oder nicht.

Neben sol­chen, sicher­lich gedan­ken­lo­sem Ver­hal­ten, hat man es als Rad­fah­rer auch mit Din­gen zu tun, wie sie im fol­gen­den Bild gezeigt werden:

Glas auf dem Radweg Mechtildisstraße, Ecke Bayenstraße in Köln

Glas auf dem Rad­weg Mech­til­dis­straße, Ecke Bay­en­straße in Köln

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2 Kommentare

  1. Tichon
    Erstellt am 28. Juni 2009 um 21:02 | Permanent-Link

    Ich weiß nun wirk­lich nicht, wo das Pro­blem ist. Am Neu­markt hät­test Du ein­fach auf die Fahr­bahn fah­ren kön­nen und in Pesch ebenso. Ich finde es eigent­lich gut, daß Rad­wege zuge­parkt wer­den. Das erlaubt mir näm­lich, die Fahr­bahn zu benut­zen. Es ist näm­lich so, daß die Benut­zung des Rad­wegs zumut­bar sein muß. Nicht geräumte Wege im Win­ter (Schnee) oder Herbst (Laub), par­kende Autos, Müll­ton­nen etc. heben die Benut­zungs­p­licht auf.

  2. Elmar Fischer
    Erstellt am 28. Juni 2009 um 21:49 | Permanent-Link

    Am Neu­markt habe ich ver­sucht durch einen Schlen­ker nach links das Fahr­zeug zu umfah­ren, was mir wüten­des Gehupe und Geschimpfe ein­ge­bracht hat.
    Die Stelle ist nicht gerade über­sicht­lich und die 30, die dort gefah­ren wer­den dür­fen, wer­den in der Regel nicht ein­ge­hal­ten, um es freund­lich auszudrücken.

    Grund­sätz­lich brau­che ich kei­nen Rad­weg und fahre viel lie­ber auf der Straße, weil das bei Wei­tem nicht so gefähr­lich ist, wie ein Rad­weg. Wenn ich ihn aber benut­zen muss, und in der Regel kann man den Rad­weg auf­grund der Bord­stein­kan­ten­höhe nicht ein­fach so ver­las­sen, so erwarte ich zumin­dest, dass er frei ist.

    Außer­dem denke ich — hoffe ich — dass viele Beschwer­den auch um Umden­ken zwin­gen und die Rad­wege ent­we­der abge­schafft oder grund­sätz­lich frei­ge­hal­ten werden.

    Ergän­zung vom 29. Juni 2009

    Hinzu kommt, dass in einer Ver­pflich­tung auch immer eine Pflicht für den steckt, der diese Ver­pflich­tung aus­spricht. Wenn ich also Rad­fah­rer ver­pflichte, auf dem Rad­weg zu fah­ren, so muss ich auch dafür sor­gen, dass er das kann.

    Die Umfah­rung sol­cher Hin­der­nisse und durch Ver­las­sen des Rad­we­ges ist zwar eine prak­ti­sche Lösung, ent­pflich­tet aber nicht den, der die Ver­pflich­tung aus­ge­spro­chen hat. Man kann und muss ihn des­halb auch wei­ter in die Pflicht nehmen!

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