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Freude mit Wermutstropfen

Posted in Lernen, Medien, Medienkompetenz, Schule und Internet, and Standpunkt

Die Freude ist immer groß, wenn das eigene Projekt Beachtung findet und dann sogar noch in einen Katalog aufgenommen wird, der sich auf die Fahne geschrieben hat, kinderfreundliche Webseiten zu sammeln und zu verlinken, sodass Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahre sich in einem geschützten Bereich sicher bewegen können.

Gefahren im Internet

Gerade das Internet bietet doch einige Gefahren, die nicht nur Kindern gefährlich werden können, sondern mit denen auch Erwachsene zu kämpfen haben. Denkt man nur an die Berichte über Abzocke, die regelmäßig durch die Presse gehen und immer wieder Beispiele zeigen, in denen erwachsene Menschen reingelegt worden sind und nun verzweifelt versuchen, zum Beispiel einer Kostenfalle zu entgehen.

Schutzraum „fragFINN“

Aus diesen Gründen ist ein solcher Schutzraum sicherlich mehr als wünschenswert. Die Grenzen sind sinnvoll für Kinder, die das Internet als Informationsquelle und Kommunikationsraum für sich zu entdecken suchen.

Schön bunt aufgemacht und ansprechend zeigt sich Seite fragFIN, die ich nach Erhalt der E-Mail gleich aufgerufen habe.
„fragFINN ist ein sicherer Surfraum für Kinder im Rahmen der Initiative „Ein Netz für Kinder“. Hinter ihm steht eine sogenannte Whitelist von kindgerechten Internetseiten. Ziel ist es, einen geschützten Surfraum im Internet zu schaffen, der für Kinder im Alter von 8-12 Jahren interessant und unbedenklich ist.“ Ist eine der Aussagen in der E-Mail, die mir mitteilte, dass meine Seite www.mittelalterstadt-koeln.de in dieser Übersicht von kindgerechten Seiten aufgenommen worden sei.

Überraschung und Denkanstöße

Ich war zwar verwundert über diese E-Mail, denn ich hatte mich mit der Internetseite nicht um Aufnahme in den Katalog beworben und bin auch nicht gefragt worden, ob ich überhaupt mit einer Aufnahme meiner Seite einverstanden bin – Sendungsbewusstsein muss man haben ;-) – dann aber doch sehr neugierig, sodass ich mit die Seite angeschaut habe. Insbesondere interessierte mich natürlich die Suchergebnisse für Kinder, die zum Beispiel beim Suchbegriff „Mittelalter“ ausgegeben werden.

Unter anderem finde ich an ziemlich hoher Position eine Seite der Universität Tübingen, die sich zwar mit dem Thema „Mittelalter“ beschäftigt und auch meine Seite ausweist, allerdings nicht für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren gemacht ist. Sie wendet sich eindeutig an studierende und andere interessierte Leser, die dem Kindesalter entwachsen sind.
Seiten der Bundesregierung zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs, des DFB, der unter seiner Überschrift „Stadien und Städte“ auch ein paar Worte über Kölner Baudenkmäler verliert, Seiten von NRW 2000, wo in einem Text kurz die Stadtgeschichte Kölns dargestellt wird und sich vom Text her ebenfalls an Erwachsene wendet, aber auch Seiten auswirft, die nun mit mir den gesuchten Begriff „Mittelalter“ gar nichts mehr gemein haben: „Tschechien, Teilnehmerland der Fussball WM 06“.
Dazu noch viele andere Verweise auf Seiten, die entweder nichts mit dem Thema zu tun haben oder sich eindeutig an Erwachsene wenden. Die Abfrage von Kindersuchmaschinen wie „Blinde Kuh“ und die Einbindung der Ergebnisse machen das Angebot nicht automatisch übersichtlicher.

Zielgruppe

Wenn man nun bedenkt, dass ein Schüler, der acht Jahre alt ist, in der Regel das 3. Schuljahr besucht, wird schnell klar, welche Kompetenzen hier schon in Bezug auf sinnentnehmendes Lesen vorausgesetzt werden. Die Mannigfaltigkeit der gefunden Ergebnisse – fünf Seiten mit jeweils zehn Treffern – verdeutlicht die noch einmal sehr. Jede Seite muss zumindest angelesen werden, um dann zu bewerten, ob sie die Informationen bereit hält die gesucht werden.

Hinweis,

wie ich ihn schon in einigen Fällen auf diesen Seiten gegeben habe und hier zur Erinnerung noch einmal wiederholen möchte:

Kinder in diesem Alter – Grundschule -, ebenso wie viele Erwachsene manchmal auch, sind nicht in der Lage eine zielgerichtet Suchmaschinenabfrage einzugeben, da sie die Boleschen Regeln nicht beherrschen und so auch nicht anwenden können

Kritik

Unter diesem Aspekt sind diese Listungen wenig hilfreich. Ein Angebot, das für Kinder in einem Alter von acht bis zwölf Jahren ausgerichtet ist, sollte ein redaktionell betreutes Angebot bereit halten, dass auch den Fähigkeiten und Möglichkeiten dieser Altersstufe angemessen ist. Das sehe ich bei meinen Stichprobensuchbegriffen hier nicht.
Schade, denn so kann man sich als Eltern einigermaßen darauf verlassen, dass das eigene Kind nicht mit jugendgefährdenden Inhalten konfrontiert wird, allerdings nicht darauf, dass die Angebote auch kindgerecht sind. In der Regel könnte man gleich die Kindersuchmaschine abfragen und käme zu einem ähnlichen Ergebnis.

Vorgehensweise

Grundsätzlich finde ich es schade, dass man nicht im Vorfeld gefragt wird, sondern nur, wie unten in der Mail zu lesen, der Aufnahme der eigenen Seite widersprechen kann. Nicht mal die Möglichkeit einer direkten Antwort wird gegeben, sondern man muss eine E-Mail-Adresse eintragen – ein Klick hätte die Antwort so einfach gemacht.

Fazit

Vom Grundgedanken her finde ich dieses Angebot richtig, die Umsetzung erfordert allerdings auch noch einiges an Arbeit, um es für Kinder dieser Alterstufe sinnvoll nutzbar zu machen und um so den Kindern ein Werkzeug an die Hand zu geben.

Die E-Mail

noreply@fragfinn.de an

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns an Sie bezüglich Ihrer Website
http://www.mittelalterstadt-koeln.de/ und der damit verbundenen Aufnahme bei
www.fragFINN.de.

fragFINN ist ein sicherer Surfraum für Kinder im Rahmen der Initiative „Ein Netz
für Kinder“. Hinter ihm steht eine sogenannte Whitelist von kindgerechten
Internetseiten. Ziel ist es, einen geschützten Surfraum im Internet zu schaffen,
der für Kinder im Alter von 8-12 Jahren interessant und unbedenklich ist.

Nähere Informationen finden sie unter
http://www.fragfinn.de/kinderliste/eltern/information.html.

Wir haben Ihr Angebot http://www.mittelalterstadt-koeln.de/ geprüft und bei
fragFINN freigeschaltet.

Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail. Sollten Sie weitere Fragen und
Anmerkungen haben, wenden Sie sich an uns unter: info@fragfinn.de

Noch ein Hinweis:

Unter http://www.fragfinn.de/kinderliste/iframe.html finden Sie

1. das fragFINN-Logo

2. den fragFINN-Button für Websites, die sich in der Whitelist befinden

3. außerdem haben Sie die Möglichkeit mittels eines I-Frames das
fragFINN-Suchfeld einfach einzubauen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie so mithelfen, dass das „Netz für Kinder“
sichtbar gemacht wird.

Bitte verlinken Sie Logo bzw. Button auf http://www.fragfinn.de/. Wir würden uns
freuen, wenn Sie als alternativen Text (alt-Attribut) der Grafik
„Kindersuchmaschine fragFINN“ angeben, um nicht nur von Ihren Besuchern, sondern
auch von Suchmaschinen aufgefunden zu werden. Ebenso freuen wir uns über einen
Textlink auf fragFINN, die Suchmaschine für Kinder. Gern können Sie auch auf
Unterseiten, z.B. fragFINN-Suchergebnisse von Ihrer Website, verlinken.

Bitte beachten Sie, dass das fragFINN-Logo, der fragFINN-Button und die I-Frames
nur für den Einsatz innerhalb der Angebote, die Bestandteil der Whitelist sind,
bestimmt sind. Möchten Sie eines oder mehrere Elemente auch zu anderen Zwecken
einsetzen, beispielsweise im Rahmen von gedruckten Publikationen oder digitalen
Dokumenten (z.B. PDF-Dateien, Videos, Bilder), nehmen Sie bitte unbedingt vor
der Verwendung mit uns Kontakt auf (info@fragfinn.de).

Wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Webseite in die fragFINN-Whitelist aufgenommen
wird, teilen Sie uns dies bitte per E-Mail an info@fragfinn.de mit. Wir werden
Ihr Internetangebot dann von der fragFINN-Whitelist entfernen.

Beste Grüße,

das fragFINN-Team