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Gedanken kurz vor Weihnachten

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Gedanken kurz vor Weihnachten
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Ich weiß nicht, ob etwas mit mir nicht stimmt. Fast habe ich den Eindruck, denn ich kann viele Dinge nicht nachvollziehen, die ich im Moment erlebe. Ich bin ein empathischer Mensch, der hilfsbereit ist und bisher noch niemandem Hilfe verweigert hat, wenn mir die Hilfsbedürftigkeit bekannt geworden ist.

Ich bin ebenfalls kein besonders mutiger Mensch, gehe der Gefahr – womöglich auch altersbedingt – gerne aus dem Weg, sogar, falls das mit einem Umweg für mich verbunden ist.

Ich bin ein Kämpfer, der die Schläge des Schicksals immer angenommen hat und gestärkt aus diesen Prüfungen hervorgegangen ist. Meist, um es mit Erich Kästner zu sagen, habe ich aus den Steinen, die mir in den Weg gelegt wurde, etwas Schönes gebaut. Mal hat das gut funktioniert, mal schlecht und manches wurde wieder eingerissen.

Ich lebe gerne in Deutschland! Bin mir des großen Glücks, hier leben zu dürfen bewusst, ohne dass ich dabei übersehe, dass auch hier nicht alles Gold ist, was glänzt, aber Jammern in der Regel auf hohem Niveau stattfindet. Bisweilen finde ich die Menschen zu bequem, zumindest was das politische Handeln eines jeden Bürgers angeht.

Ich sehe das Elend hier im Lande und ich sehe das Elend in und außerhalb von Europa. Das macht mich nicht nur demütig, sondern dankbar und zudem wütend.

Am 20. Dezember war der Terroranschlag in Berlin. Ein Schock! Obwohl klar war, dass diese Realität nicht an Deutschland vorbeigehen würde, hatte auch ich verdrängt, dass es passieren könnte.
Menschen starben sinnlos, andere liegen schwer verletzt im Krankenhaus und kämpfen dort immer noch ihr Leben. Es tut mir unendlich leid, dass ihnen das geschehen ist, dass es überhaupt passiert ist! Mein Mitgefühl haben die Verletzten und die Hinterbliebenen.

Was ich nicht habe, ist angst.
Nicht mehr und nicht weniger als ich habe, wenn ich mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehme, mit dem Auto, zu Fuß, mit der Bahn oder mit dem Flugzeug unterwegs bin. Nein, eine psychische Störung habe ich nicht. Ein ganz normaler Mensch mit ganz normaler Angst.

Trauer kenne ich aus eigener Erfahrung. Sie schmerzt so sehr, dass man das Gefühl hat, sie zerreißt einen und hört nie mehr auf. Lachen anderer Menschen kann man kaum ertragen und möchte ihnen zurufen: Hört auf! Gerade ist doch …

Die Gründe für eine Berichterstattung im TV in der in der Regel weinende, ängstliche Menschen gezeigt werden und ein Statement abgeben, die maximal in Berlin leben, aber keinen Bezug zu irgendeinem Opfer haben, mag jeder selbst überlegen.

Ich für meinen Teil übernehme diese im TV immer wieder ausgesprochene Angst nicht für mein Leben.

Das Leben ist so. Es ist voller Gefahr, voller Glück und voller Leid!

Ich wünsche uns allen eine besinnliche Weihnacht und ein neues Jahr, dass uns nicht mehr solcher sinnlosen Taten beschert.

Nehmen Sie das Glück, das Ihnen begegnet und halten Sie es so lange wie möglich fest.
Wir leben in einem der schönsten und immer noch sichersten Länder der Erde, auch wenn im Moment manchmal der Eindruck entstehen mag, als wolle man uns etwas anderes einreden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest!

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