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Ich weiß nicht, warum ich zu solchen Menschen immer noch freundlich bin.

Posted in Allgemeines

Vor ein paar Tagen war es noch richtig kalt und der Boden leicht gefroren. Trotzdem habe ich mir gedacht, ich fahre mit dem Rad und tue was für meine Gesundheit. Dünne Jacke angezogen, eine winddichte Jacke darüber, dicke Socken hatte ich schon an, also fehlten nur noch die Mütze und die Handschuhe.

Dann ging es auch schon los.

Wie immer, wenn ich Zeit habe und Richtung Köln unterwegs bin, fahre ich die große Runde durch den Weißer Bogen. Das ist landschaftlich einfach schöner und man bekommt zu diesen schönen Bildern noch ein paar Kilometer mehr Fahrradtour, ohne dass man sich über Autofahrer ärgern muss. Da bei diesem Wetter wenige Menschen unterwegs sind, muss man sich auch nicht über Radfahrer und Fußgänger ärgern und niemand über mich.

Der Boden war gefroren und es glitzerte vor lauter Eiskristalle. Wenn man dabei nicht rückartig bremst oder ebensolche Bewegungen macht, ist das beim Radfahren aber ungefährlich. Ein wenig vorausschauend fahren, schon gehts.

Mich wunderte mal wieder, in welch unterschiedlichem Zustand der gerade instandgesetzte Radweg im Weißer Bogen wieder einmal war. Einerseits topp gereinigte Wegabschnitte, andererseits verlaubte Wegabschnitte dazwischen, die nicht erklärbar sind. Fatal daran, dass man die Wegbegrenzung dann auch ich nicht mehr erkennen kann und Gefahr läuft, an der Kante abzurutschen und durch den unbefestigten Bereich ruckartig abgebremst zu werden. Ein Sturz ist dann nicht unwahrscheinlich.

Das alles ist aber harmlos im Vergleich zu dem, was noch auf mich zukommen sollte.

Den Weißer Bogen hatte ich verlassen, bin am Campingplatz vorbei, der bei diesem Wetter und den wenigen Wohnwagen, die dort noch stehen, recht trostlos aussieht.  Dann weiter auf dem unteren Weg am Rhein, am Sandstrand entlang. Hier waren nur ein paar Hundesitzer unterwegs und kurz bevor es auf den Rodenkirchener Leinpfad hochgeht, ein paar Kleinkinder, die die Wasservögel fütterten und einen Riesenspaß dabei hatten.

Parkender Lieferant mitten auf dem Rad- Fußweg wird zur Gefahr
So schafft man eine Gefahrenstelle

Der Rodenkirchener Leinpfad ist ein breiterer Fuß- und Radeweg, der an Restaurantschiffen einerseits vorbeiführt, aber auch an anderen gastronomischen Betrieben, die auf dem Festland sind. Am Rodenkirchener Kapellchen vorbei kommt direkt hinter dem Fährhaus eine uneinsehbare S-Kurve. Da ich die Stelle kenne, fahre ich hier immer ausgesprochen vorsichtig und so weit rechts auf dem Weg wie möglich, denn manchmal kommt auch schneller Gegenverkehr um die Ecke gefahren.

Dieses mal war es richtig gut, dass ich so gefahren bin, denn mitten in der Kurve stand ein Lieferwagen. Ich beschreibe das gar nicht großartig, denn man kann das auf dem Bild sehr gut erkennen.

Das größere Problem war für mich allerdings Folgendes:

»Guten Morgen!«
Keine Antwort, nicht einmal ein Blick.
»Guten Morgen!«, diesmal lauter.
Wieder keine Antwort. Gut, dachte ich, solche Menschen gibt es.
»Sie stehen hier ziemlich gefährlich in der Kurve! Wenn Sie das Fahrzeug zwei Meter nach vorne fahren, ist die Gefahr beseitigt und Sie können weiter Ihre Lieferung machen!«
Vor dem Lieferfahrzeug war alles frei, sodass das Parken des Fahrzeuges und die damit verbundene Gefährdung aufgehoben gewesen wäre.
»Wenn Sie nichts anderes zu tun haben … ! Ich muss hier liefern!«

Man freut sich doch immer, wenn man auf solch freundliche Menschen trifft, die andere Menschen gefährden, denen das allerdings am Allerwertesten vorbei geht. Manchmal frage ich mich dann, warum ich auch zu solchen Menschen immer noch freundlich bin.

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