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In der Wahl seiner Eltern kann man nicht vorsichtig genug sein.

Posted in Bildung, Inklusion, Lernen, Nachdenkliches, Offener Ganztag, Standpunkt, and Wertschätzung

   In der Wahl seiner Eltern kann man nicht vorsichtig genug sein.
– Paul Watzlawick

   Man hat keine Wahl, kann sich die Eltern nicht auszusuchen. Das wusste natürlich auch Paul Watzlawick, der so auf humoristische Art und Weise auf die Chancenungleichheit aufmerksam machte, die mit der Zeugung / der Geburt einem jeden Menschen in die Wiege gelegt worden ist.

   Alle Studien, die im Moment das deutsche Schulsystem betreffen, untermauern diese fehlende Chancengleichheit eindrucksvoll.

   Die soziale Herkunft entscheidet maßgeblich mit über den Bildungserfolg. Das ist Fakt! Die vorgaukelte Gleichmacherei seitens der Politik, ist demnach Augenwischerei und dient nur dazu, die Realität zu verbergen.

   Wichtig ist nicht Vereinheitlichung, sondern Akzeptanz der Unterschiedlichkeit der Menschen. Gleichzeitig gehören die Wege geebnet, die das Bildungssystem durchlässig machen. Dazu reicht es nicht, möglichst alles kostenlos zur Verfügung zu stellen, sich dann auf die Schulter zu klopfen, weil man doch so viel geleistet hat und gleichzeitig immer mehr Geld fordern.

   »Was nichts kostet, das ist auch nichts!« habe ich schon als Kind gelernt. Da ist was dran, auch wenn man diese Aussage nicht absolut sehen darf. Bildung kostet, neben finanziellen Dingen, Anstrengung. Diese muss vom Lernenden erbracht werden. Bildung ist keine Bring-, sondern eine Hohlschuld.

   Unterstützung ist gefragt, um dieser Hohlschuld nachkommen zu können. Unterstützung ist nicht, mit guten Noten nur so um sich zu werfen oder für besonders viele Abiturienten zu sorgen. Unterstützung heißt, die Interessen und Fähigkeiten des Lernenden zu unterstützen und ihm so zu ermöglichen, Höchstleistungen zu erbringen. Das muss nicht das Abitur sein! Auch als Handwerker kann man zum Beispiel sein Leben selbstbestimmt und glücklich gestalten.

   Die Politik und jeder Einzelne kann eine Menge dazu beitragen, dass dieses Vorhaben gelingt. Allerdings müssen dafür nicht nur einige Schranken in vielen Köpfen niedergerissen werden, sondern auch so seltsame Konstrukte wie der Offene Ganztag in NRW müssen auf eine andere Basis gestellt werden. Dazu eine Beurteilung, die die Stärken in den Fokus stellt und nicht darauf ausgelegt ist, zu selektieren. Da hilft es übrigens auch wenig, wenn keine Noten gegeben werden, sondern ein Ankreuzzeugnis als Innovation eingeführt wird. Grundlage ist immer der Schwerpunkt der Beurteilung und die Dokumentation der Entwicklung.

  Die Folge wäre, dass nicht nur eine Defizitförderung, so wie sie im Moment praktiziert wird, stattfinden würde, sondern auch »normale« Schüler an der Förderung teilhaben könnten. Diese Förderung fällt meist unter den Tisch. Ebenso wie die Förderung von Stärken. Hier wird häufig der Weg von externen Kursen gewählt, die die Schüler aus dem Unterricht nehmen, um sie anschließend wieder zu »integrieren«. Statt diese Stärken zu nutzen, gehen sie für die Allgemeinheit verloren. Es wird eine Elite aufgebaut, die genau das verkörpert, war heute das Bildungssystem so in die Schieflage bringt. Viele begabte Kinder werden zum Beispiel nicht erkannt und somit auch nicht unterstützt. (Siehe auch: http://blog.medienecken.de/heterogene-klassen-erfordern-unterschiedliche-und-anregende-unterrichtssituation-fuer-schuelerinnen-und-schueler/)

   Das alles kann man unter dem Oberbegriff »Inklusion« zusammenfassen.

   Statt zu lamentieren und sich selbst zu bemitleiden, kann man das eigene Schicksal in die Hand nehmen. Wie Paul Watzlawick ebenfalls gesagt hat:

»Ich bin frei, denn ich bin einer Wirklichkeit nicht ausgeliefert, ich kann sie gestalten.«

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Paul Watzlawick

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