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Kaum ist der Beschluss da, beginnt das Rumgeeire der Verwaltung

Posted in Fahrrad, Köln, Nachdenkliches, Politik, and Standpunkt

   Zu beobachten, was passiert, nachdem der Rat beschlossen hat, die Radwegebenutzungspflicht schnellstmöglich aufzuheben, ist faszinierend, aber auch desillusonierend.

Die Gesetzeslage, die seit 1997 gilt, wird durch den Rat durch Beschluss bestätigt. :-) #Radweg #Fahrrad #Köln Klick um zu Tweeten

   Fünfzig neue Fahrradstraßen meldet das eine Blatt, eine Meinungsäußerung einzelner Bürger, das andere. Herr Möllers, Fahrradbeauftragter, und seine Äußerungen kann man nun auch wieder häufiger in den Pressemedien nachlesen. Er weißt darauf hin, dass die Radwegebenutzungspflicht geprüft werden müsse. Auf keinen Fall werde diese Benutzungspflicht an der Inneren Kanalstraße und an der Rheinuferstraße aufgehoben werden. Ich weiß nicht, worauf er seine Erkenntnisse stützt, dass dort das Radfahren auf der Fahrbahn zu gefährlich sei. Vermutlich nur ein Bauchgefühl oder ein Gewohnheitsreflex – oder?

Schon vor der #Radwegprüfung werden Straßen ausgeklammert. #Fahrrad #Radweg #Radwegebenutzungflicht #Köln Klick um zu Tweeten

   Schaue ich mir die Rheinuferstraße an, so führt dort ein guter Radweg parallel nach Norden. Der in weiten Teilen in beide Fahrtrichtungen benutzt werden kann. Eine weitere Strecke führt am Rhein entlang. Ich gehe davon aus, dass dieser Radweg auch weiterhin genutzt wird. Einziger Schwachpunkt ist hier die Rheinuferpromenade, die Radfahrer nutzen müssen, weil der Radweg hier in die Fußgängerzone mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ führt. Am Wochenende und bei Veranstaltungen, die dort des Öfteren stattfinden, bleibt nur absteigen und schieben, denn eine Ausweichstrecke gibt es nicht.

Auch der Rheinufertunnel hat eine Fahrbahn, auf der #Radfahrer fahren können. #Köln #Radweg #Fahrrad Klick um zu Tweeten

Der Rheinufertunnel, der meines Erachtens genutzt werden könnte, ist ja viel zu gefährlich. Dazu muss man wissen, dass auf der Rheinuferstraße, die durchgängig zweispurig ist, Tempo 50 gilt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit mit dem Kfz in Köln irgendwo zwischen 20 km/h und 30 km/h liegt. Eine weitere Schikane, die ab Dezember freigegeben wird, ist die Querung der Straßenbahn an der Südbrücke und die schon länger bestehende und ein kleines Stück weiter die Querung der Straßenbahn am Ubierring.
Vielleicht ist die Freigabe des Rheinufertunnels deshalb für Radfahrer so gefährlich, weil gefrustete Autofahrer, ähnlich wie jetzt auch schon, mit weit überhöhter Geschwindigkeit dort hindurch rasen. Die Geschwindigkeitsregulierung und damit eine Herabsetzung der Gefahr für Radfahrer könnte zum Beispiel durch eine Überprüfung der Geschwindigkeiten im Tunnel reguliert werden. Eine Fahrspur könnte ebenfalls für den Radverkehr freigegeben werden – zumindest, wenn Veranstaltungen auf der Promenade sind. Dies könnte durch einen Richtungspfeil geregelt werden, der bei Bedarf eingeschaltet wird.

Auch wenn gefährlich, #Brücken müssen auf dem #Radweg benutzt werden. #Fahrrad #Köln Klick um zu Tweeten

Die Brücken schon im Vorhinein pauschal in der Radwegebenutzungspflicht zu belassen, halte ich für falsch. Bin die Tage über die Mülheimer Brücke gefahren. Radweg sehr schmal, Fußweg ebenfalls. Pylonen, die die Sicht versperren. Geisterradfahrer. Dazu noch Aspahltaufwürfe, die sich wie eine Beulenpest ausweiten.

Die Fürsorge für #Radfahrer durch die Stadt #Köln kann gefährlich sein. #Radweg #Benutzungspflicht #Fahrrad Klick um zu Tweeten

   Da Herr Möllers sich in der Presse dahin gehend äußert, dass die Umsetzung der Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht Jahr in Anspruch nehmen würde, wird sich in Köln wohl so schnell doch nichts ändern. Ob es daran hakt, dass Schutzstreifen auf die Fahrbahn gepinselt werden müssen. So wie in Rodenkirchen, wo diese Schutzstreifen im Türöffnungsbereich der Autos liegen?
So viel zu einem Beschluss des Rates und die Ausführung durch die Kölner Verwaltung.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? #Fahrrad #Radweg #Köln Klick um zu Tweeten

   Dabei wäre alles ganz, ganz einfach zu regeln. Informationen in der Presse, Plakate an den Straßen für kurze Zeit, dass die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben ist und Radfahrer ab sofort auf der Straße fahren dürfen, auch wenn dort ein Radweg verläuft. Nach kurzer Zeit hätten sich alle daran gewöhnt. Die Angelegenheit wäre ohne großen Aufwand erledigt. Bergisch Gladbach hat es mit Erfolg vorgemacht. Dort ist die Radwegebenutzungpflicht fast vollständig aufgehoben.

   Die Umsetzung in Köln erfordert, trotz Beschluss des Rates, Arsch in der Hose. Dieses Rumgeeiere, diese Einwürfe des Kölner Fahrradbeauftragten, sind meines Erachtens kontraproduktiv. Sie spiegeln genau das, was seit Jahren in Köln praktiziert wird, Verzögern, Aussitzen und Untätigkeit. Schade, dass hier, so ist im Moment mein Eindruck, wieder einmal eine Chance vertan wird.

Ich bin erwachsen und kann selbst entscheiden, ob ich #Radweg oder Fahrbahn benutze. #Fahrrad #Benutzungspflicht # Köln Klick um zu Tweeten

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