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Komfortable Adventszeit? Mit Altersgelassenheit: Ja!

Posted in Alltagsbegegnungen, Nachdenkliches, Standpunkt, and wasmirindensinnkommt

Was war das mit den Geschenken noch einfach, als die Kinder klein waren und wir parallel dazu das Fundament für unser Leben geschaffen haben. Das ist erledigt, wir profitieren von diesen Bemühungen und uns geht es gut. Auch die Kinder, mittlerweile erwachsen und selbstständig, haben ihren Weg gefunden, haben einen Arbeitsplatz und eine eigene Wohnung. Auch ihnen geht es gut, Gott sei Dank gelobt, getrommelt und gepfiffen.

Im Augenblick sitze ich hier und erinnere mich an diese Zeit zurück. Eine Freude zu Weihnachten? War damals alles kein Problem. Die Kinder waren voller Wünsche und teilten diese freizügig mit. Wir hatten auch den ein oder anderen Wunsch, den wir uns nicht erfüllen konnten und auf den Weihnachtswunschzettel geschrieben haben. Ob er erfüllt wurde, sahen wir erst Weihnachten unterm Tannenbaum. Nachdem wir musiziert und Weihnachtslieder vor dem mit geschmücktem Baum zelebriert hatten. Mit einem Lächeln auf die Kinder schauend, die es voller Ungeduld kaum noch aushielten, die Päckchen auspacken zu dürfen. Auch wir schielten ab und zu unter den Baum, um abzuschätzen, ob die Größe des Päckchens zum aufgeschriebenen Wunsch passte. Dann die Erlösung, als das Auspacken begann, die Freude, die ich empfand, wenn ich das Geschenk in den Händen hielt. Ein Glücksgefühl! Nach dem Auspacken und dem Abendessen die gemeinsamen Spiele, das Beisammensein und sich wohlfühlen. Im Hintergrund leise Musik und der schön geschmückte Baum mit den brennenden Wachskerzen vertieften dieses Gefühl.

Dann, am nächsten Tag die Reise zu Opa und Oma. Die erweiterte Familie.

Heute sitze ich hier und denke darüber nach, was ich meiner Frau auf die Frage nach einem Weihnachtsgeschenk sagen soll. Es fällt mir schwer. Nicht das ich keine Wünsche mehr hätte. Meist sind es keine materiellen Wünsche, sondern eher die unbezahlbaren, die, die man bekommt, wenn man nicht damit rechnet. Die Besuche meiner Familie, als ich im Krankenhaus mit dem Tod rang. Die Unterstützung nach gewonnenem Kampf bei der Genesung. Der schnelle Blick, kaum wahrnehmbar, der Zuneigung, Liebe und Vertrauen ausdrückt. Immer wieder, fast unbemerkt, ein flüchtiger Augenblick, der nicht einmal einen Wimpernschlag lang dauert. Das freundliche Lächeln eines Menschen, der an mir vorbeigeht, den ich nicht kenne. Selbst das vorlassen an der Kasse, wenn ich nur ein oder zwei Teile habe, verbunden mit einer freundlichen Geste und einem Lächeln, ist ein Geschenk.

Die Welt ist voller Geschenke, die nur wahrgenommen werden müssen und die in der Hektik des Alltags häufig untergehen. Auch in der Adventszeit, die an und für sich eine Zeit der Besinnlichkeit, des Tempo-herausnehmens sein soll, geht es immer hektischer zu. Ich sehe das, sitze hier, höre Musik, denke nach und schreibe meine Gedanken auf. Geschenke. Geschenke bekomme ich so viele, dass ich zu Weihnachten kein Geschenk benötige. Mein Geschenk, nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über ist es, dass ich Menschen um mich habe, die mich stützen und halten und mir auch mal den Kopf Geraderücken und darüber nicht das gemeinsame Lachen vergessen. Danke dafür!

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