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Längeres gemeinsames Lernen, Inklusion – ich frage mich …

Posted in Lernen, Nachdenkliches, Schule, Unterricht, and wasmirindensinnkommt

… wie soll das gehen im Zeichen leerer Kassen?

Dass ich ein Verfechter des individuellen Lernens und der Inklusion bin, kann man an vielen Stellen auf meinen Internetseiten nachlesen.
Dass ich das nicht als Wunschdenken sehe, sonder praktiziert habe, weiß, dass es möglich ist, erlaubt mir, so hoffe ich, obige Frage.

Finanzierungsvoraussetzungen

Die Kassen sind leer. Nicht einmal die im Rahmen der Lehrmittelfreiheit ausgelobten Gelder haben sich erhöht, obwohl diese seit Jahren gleich sind und immer mehr Bücher durch die Schule finanziert werden müssen (siehe auch: Bildung — die zentrale Aufgabe in schwierigen Zeiten), wie denn die benötigte Ausstattung, die Grundlage des individuellen Lernens, die geänderten Voraussetzungen und Bedarfe bei längerem gemeinsam Lernen und bei Inklusion finanziert werden sollen.

Grundlagen müssen geschaffen werden

Freiarbeitsmaterial "Skelett"
Freiarbeitsmaterial "Das Skelett" (c) Elmar Fischer

Grundlage individuellen Lernens sind meines Erachtens Offene Lernumgebungen. Diese erfordern in der schulischen Ausstattung nicht nur flexiblere Lösungen, sondern auch Unterrichtsmaterialien, die eben diese Art des Lernens ermöglichen. Schön die Möblierung einer Klasse mit zehn mannshohen Regalen zur Aufbewahrung dieser Materialien überfordert doch die Kommunen mit der Finanzierung. Köln zum Beispiel hat 150 Grundschulen. Ausgehend von Zweizügigkeit der Schulen und einem Bedarf von 10 Regalen pro Klasse, käme so ein Gesamtbedarf von 12.000 Regalen. Selbst wenn diese finanziert werden könnten, so sind diese noch ohne Inhalt. Diesen Finanzierungsbedarf wage ich gar nicht abzuschätzen, weiß aber, dass Köln nicht dazu in der Lage sein wird.
Hinzu kämen Kosten für die Ausstattung der Klassen mit flexibler Möblierung und ggf. Baumaßnahmen, um die Klassenräume und Schulen an diese Erfordernisse anzupassen.

Klassenraum mit Empore und Gruppenraum
Klassenraum mit Regalen, einer Empore und einem Nebenraum

Längeres gemeinsames Lernen

Eine Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit auf sechs statt bisher vier Jahre, birgt einige Änderungen, die nicht ganz unbedeutend sein dürften.
Ist eine Schule im Moment mit Klassen- und Gruppenräumen entsprechend der Zügigkeit ausgestattet, so muss nun überlegt werden, wie man die Schüler nun sechs Jahre in der Schule versorgen will. Da jährlich bei einer zweizügigen Schule in der Regel zwischen 40 und 50 Schüler nachrücken, so entsteht ein Platzproblem bei der Unterbringung. Anbauten können nicht finanziert werden oder sind aus grundstücktechnischen oder baurechtlich nicht möglich. So müssen dann wohl andere, vorhandene Schulgebäude genutzt werden. Hier würden sich die leer stehenden Hauptschulgebäude anbieten, die leider aufgrund der anstehenden Schließungen umgewidmet werden könnten. Ebenfalls denkbar wäre eine Ausgliederung der 5. und 6. Schuljahre in die Gebäude weiterführender Schulen. Dort wäre der erforderliche Platz am ehesten verfügbar.
Ob dies dann dem Wunsch nach längerem gemeinsamen Lernen Rechnung trägt, wage ich zu bezweifeln.
An dieser Stelle könnte ich noch viele weitere Punkte aufzählen, möchte mich aber beschränken, um den Text von der Länge her lesbar zu halten.

Inklusion ist auch nicht kostenlos

Kommt nun noch Inklusion dazu, so sind zwingend bauliche Maßnahmen erforderlich, wenn ich allein an Körperbehinderungen denke, so könnte die Voraussetzung zur Teilnahme am Unterricht ein Aufzug sein. Ein Rollstuhlfahrer benötigt grundsätzlich mehr Platz und weitere bauliche Maßnahmen müssten durchgeführt werden. Allein die Toilettenanlagen sind in der Regel nicht für solche Fälle in Schulen ausgelegt. Räume, die eine äußere Differenzierung erfordern, sind ebenfalls vonnöten und müssten angebaut oder durch Auslagerung von Klassen (siehe oben) geschaffen werden.

Konzeptionelle Voraussetzungen

Methodisch-didaktische Konzepte müssten vorhanden sein, auf die die einzelne Schule nach entsprechender Fortbildung des Kollegiums, aufbauen kann. Diese Konzepte beinhlaten auch Richtlinien, die von den Schule eingehalten werden müssen. Ich denke da an altersgemischte Klassen, denn diese sind eine grundlegede Voraussetzung, wenn man Inklusion will.

Eine Aufgabe für Jahrzehnte

Es gibt viel zu tun und ich bin gespannt auf die Umsetzungsansätze, die hier angeboten werden.

Eine Aufgabe für Jahrzehnte, die sicherlich zu schaffen ist, wenn der Wille bei allen Beteiligten vorhanden ist, diese Forderungen umzusetzen!

Meines Erachtens ein Schritt in die richtige Richtung!

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