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Oben hui, unten pfui

Posted in Fahrrad, Köln, Nachdenkliches, Standpunkt, and wasmirindensinnkommt

Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch, der darauf hinweist, dass nicht alles so ist, wie es vielleicht den ersten Anschein hat.

Manchmal kann man aber auch im direkten Vergleich die Unterschiede sehen.

Heute und an vielen anderen Tagen kann, übertragen auf Radwege, die winterliche Straße mit „hui“ und der winterliche Radweg mit „pfui“ bezeichnet werden.

So erlebte ich es heute, als ich mit dem Rad nach Hause gefahren bin. Die Hauptstraßen waren von Schnee und Eis befreit. In den Nebenstraßen, so kennt man es, seit die Sparmaßnahmen auch die Straßenreinigung betreffen, eine festgefahrene Schneeschicht, die durch langsames Fahren und erhöhter Aufmerksamkeit zu meistern waren.

Nicht wirklich angenehm, aber ohne Sturz zu meistern.

Gefährlich allerdings, wenn dann Autofahrer meinen, sie müssen auf dieser Fahrbahn mit einem Abstand von ca. 20 Zentimetern überholen, so wie es bei mir ein Mercedesfahrer tat, der mich auf der Weingartenstr. überholte.

Der weitere Weg war bei vorsichtiger Fahrweise problemlos zu fahren. Entgegenkommende Autofahrer hielten freundlich auf dem Westhover Weg, um mich gefahrlos passieren zu lassen. Danke dafür!

Eine große Überraschung dann bei der Auffahrt auf die Rodenkirchener Brücke. Zur Hälfte war der Rad- und Fußweg vollkommen schnee- und eisfrei, was den Anstieg wesentlich erleichterte. Auch der Weg auf derRodenkirchener Brücke war geräumt und zu Sicherheit noch mit Split gestreut, sodass Fahren dort problemlos möglich war.

Der Schreck kam dann allerdings nach dem Überqueren, als es auf Rodenkrichener Seite die Abfahrt hinunter ging.

Gestreut? Geräumt? In keiner Weise!

Aufgefahrener und –gelaufener Schnee mit einem Untergrund, der nicht zu erkennen war. Ausgesprochen vorsichtig konnte ich auch dieses Stück meistern und kam dann an die Stelle, wo eine Verengung angebracht worden ist.
Das letzte, steile Stück der Abfahrt war ebenfalls nicht geräumt, allerdings kann ich nicht ausschließen, ob nicht ein tauförderndes Mittel aufgetragen worden ist.

Auf dem nun folgenden Weg in Richtung Stadt, einem Radweg, der neben der Rheinuferstraße verläuft, konnte man nun die Unterschiede zwischen den verschiedenen Fahrbahnen sehen.
Auf der Rheinuferstr. kein Schnee! Kein Eis! Alles wunderbar geräumt. Auf dem Rad weg sah man ab und an kleine Salzhäufchen. Geräumt war der Radweg nicht und die schmale Spur, die von Radfahrern freigefahren worden war, mussten in beide Fahrtrichtungen geteilt werden.
Dies führte immer dazu, dass bei Gegenverkehr ein Radfahrer ausweichen und in den Schneematsch fahren musste. Kritische Momente, denn die Sturzgefahr ist in einem solchen Moment sehr hoch.

Aus den Augenwinkeln sieht man natürlich die wunderbar geräumte Rheinuferstr..

In Höhe der Schönhauser Str. ist der Radweg gesperrt und ein Wechsel auf die Rheinuferstr. ist nötig. Grundsätzlich hätte es schon vorher aufgrund des Zustandes des Radweges keine Radwegebenutzungspflicht gegeben und das Fahren auf der Rheinuferstr., die für Radfahrer nicht explicit gesperrt ist, wäre so möglich gewesen.

Ich hatte das auch kurz angedacht, als ich in Rodenkirchen den Radweg sah, bin aber zu dem Schluss gekommen es nicht zu tun, weil ich genau das befürchtet hatte, was nun eintraf:

Hupende, schimpfende, haarscharf überholende Pkw-Fahrer, die ihren Anspruch auf alleinige Benutzung der Straße, den sie laut Straßenverkehrsordnung gar nicht haben, durchzusetzen versuchten und dabei wild gestikulierend auf den Radweg zeigten, der durch Bauschilder als gesperrt zu erkennen war.
Rücksichtnahme und Sicherheitsabstand scheinen Fremdworte für viele Autofahrer zu sein. Einen zeitlichen Gewinn hatten sie auch nicht, denn an der nächsten Ampel standen Sie und warteten auf das Grünsignal zur Weiterfahrt, als auch ich dort ankam.

Fahrbahn: hui! Radweg: pfui!